Mehrsprachiger Empowerment-Workshop
Ich selbst sein - statt „asiatisch gelesen" zu sein
- Empowerment–Workshop gegen antiasiatischen Rassismus
16. und 23. Mai 2026 (Sa.) | 10:00-18:00 Uhr | GePGeMi e.V.,
Schivelbeiner Str. 6, 10439 Berlin
Im Rahmen des Projekts „Vielfalt im Dialog – mit EBAV“ fand der vierte Empowerment-Workshop statt, durchgeführt von geschulten Multiplikatorinnen aus der koreanischen Community.
Er richtete sich an koreanischsprachige Migrantinnen mit eigener Migrationserfahrung.
Unter dem Titel „Ich selbst sein – statt ‚asiatisch gelesen‘ zu sein“ kamen 13 Teilnehmende zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie rassistische Erfahrungen
Selbstwahrnehmung, Handlungsspielräume und Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe beeinflussen und wie Teilnehmende eigene Stärken erkennen, Erfahrungen selbst benennen und gemeinsam
bearbeiten können.
Einladung in einen Brave Space
Die Teilnehmenden kamen mit unterschiedlichen Lebenswegen, Migrationsgeschichten und Erfahrungen zusammen. Gleichzeitig zeigte sich schnell: Viele Gefühle und Situationen waren geteilt. In einem Brave Space konnten sie über vieles sprechen, was im Alltag oft unausgesprochen bleibt. Durch Gespräche, kleine Übungen und persönliche Beiträge wurden Erfahrungen gemeinsam sortiert und besser verstanden. Was vorher vielleicht wie ein einzelnes, persönliches Problem wirkte, wurde im Austausch als gemeinsame Erfahrung sichtbar.
Einladung zum mutigen Raum
by Micky ScottBey Jones
Gemeinsam kreieren wir einen mutigen Raum,
weil es so etwas wie einen “sicheren” Raum nicht gibt.
Wir existieren in der realen Welt.
Wir tragen alle Narben und wir alle haben Wunden verursacht.
In diesem Raum, versuchen wir die Lautstärke der Außenwelt herunter zu drehen.
Wir verstärken Stimmen, die woanders kämpfen müssen, um gehört zu werden.
Wir bestärken uns gegenseitig zu mehr Wahrheit und Liebe.
Wir haben das Recht irgendwo zu starten und kontinuierlich zu wachsen.
Wir haben die Verantwortung zu überprüfen was wir zu wissen denken.
Wir werden nicht perfekt sein.
Dieser Raum wird nicht perfekt sein.
Es wird nicht immer das sein, was wir uns wünschen,
aber es wird unser gemeinsamer mutiger Raum sein
und wir werden Seite an Seite an ihm arbeiten.
Wie Geschichte bis heute wirkt und was wir tun können
Auch der Blick in die Geschichte spielte eine wichtige Rolle. Die Teilnehmenden beschäftigten sich damit, wie Bilder über asiatisch gelesene Menschen entstanden sind und warum sie bis heute wirken. Dadurch wurde klarer, dass antiasiatischer Rassismus nicht zufällig entsteht. Er hat eine Geschichte und zeigt sich bis heute in Erwartungen, Zuschreibungen und alltäglichen Situationen. Die gemeinsame Auseinandersetzung machte Mut, diese Erfahrungen nicht zu verschweigen, sondern sichtbar zu machen.
Was stärkt mich und wie möchte ich reagieren?
Ein weiterer Teil des Workshops richtete den Blick auf die eigenen Ressourcen. Die Teilnehmenden reflektierten, wie sie sich vor und nach der Migration wahrnehmen, wie andere sie sehen und welche Stärken sie mitbringen. In Übungen zu Körperwahrnehmung, Argumentationstraining und Rollenspielen wurden verschiedene Reaktionsmöglichkeiten ausprobiert. Dabei ging es nicht darum, immer sofort die perfekte Antwort zu finden. Viel wichtiger war die Frage: Was fühlt sich für mich sicher, passend und selbstbestimmt an?
Was bleibt: Verbindung und Solidarität
Am Ende blieb nicht nur neues Wissen, sondern auch ein Gefühl von Verbindung. Gemeinsame Gespräche, Lachen, ein kleines Picknick in der Mittagspause und das Teilen persönlicher Geschichten machten den Workshop zu einem Ort der Solidarität. Eine Multiplikatorin fasste es so zusammen: „Es war eine wertvolle Zeit, in der wir an zwei Tagen im selben Raum Geschichten geteilt und Solidarität erlebt haben. Ich habe nicht nur gedacht, sondern wirklich gespürt, dass ich nicht allein bin. Ich habe gespürt, welche Kraft in einzelnen Erfahrungen liegt und welches Wissen entsteht, wenn wir sie miteinander teilen.“
Das Projekt "Vielfalt im Dialog mit EBAV" wird als Innovationsprojekt im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Zudem wird es von der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung im Rahmen von „Demokratie. Vielfalt. Respekt.“, dem Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, kofinanziert.
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