„Das ist kein harmloser Witz – Anti-asiatischer Rassismus in Kinderliedern & Spielen“
– Workshop für Akteur*innen der Kinder- und Jugendhilfe und (nicht-) betroffene Eltern
📅 Wann: Samstag, den 25. April 2026 | ⏰ 10:00 bis 17:30
Uhr
📍 Wo: GePGeMi-Büro, Schivelbeiner Str. 6, 10439 Berlin
Nach der erfolgreichen Durchführung im vergangenen Jahr sowie angesichts des weiterhin hohen Bedarfs und steigenden Interesses ging der Tagesworkshop „Das ist kein harmloser Witz – Anti-asiatischer Rassismus in Kinderliedern & Spielen“ in die zweite Runde.
Im Rahmen des Projekts „Vielfalt im Dialog“ mit EBAV durften wir am 25. April Akteur*innen der Kinder- und Jugendhilfe sowie Eltern in unserem GePGeMi-Büro begrüßen. Der Workshop bot einen Raum, um sich intensiv mit anti-asiatischem Rassismus, Diskriminierung im Alltag von Kindern und deren Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung auseinanderzusetzen.
Diesmal wurde der Raum auch für Akteur*innen und Eltern geöffnet, die selbst negativ von anti-asiatischem Rassismus betroffen sind. Gemeinsam mit der Referentin Sun Hee Martischius wurden zu Beginn die Grundlagen für einen gemeinsamen Austausch definiert, sodass ein brave space entstehen konnte. Dieser ermöglichte es den Teilnehmenden, sich offen, ehrlich und aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Thema auseinanderzusetzen. Der Fokus lag dabei klar auf den Erfahrungen, Lebensrealitäten und den Auswirkungen auf betroffene Kinder.
Zu Beginn wurde erarbeitet, welche stereotypen Darstellungen und Rollenbilder über asiatisch gelesene Menschen in Medien, Liedern und Spielen vermittelt werden und wie diese Kinder schon in jungen Jahren prägen können. Besonders deutlich wurde, dass auch in pädagogischen Kontexten teilweise weiterhin Materialien genutzt werden, die anti-asiatische Narrative reproduzieren oder diskriminierende Inhalte verharmlosen. Solche Normalisierungen tragen dazu bei, dass rassistische Denkmuster bereits früh im Alltag von Kindern verfestigt werden.
Der Workshop beschränkte sich jedoch nicht nur auf die gemeinsame Analyse problematischer Inhalte, sondern vermittelte auch konkrete Handlungsmöglichkeiten für die Praxis. Die Teilnehmenden besprachen mit der Referentin, wie diskriminierende Situationen im Alltag erkannt und wie pädagogische Fachkräfte oder Eltern angemessen intervenieren können, wie z.B. im Gespräch mit Kolleg*innen oder anderen Eltern über rassistische Kostüme, Sprache oder Verhaltensweisen. Gerade diese Gespräche können herausfordernd sein und stoßen nicht selten auf Unverständnis. Umso wertvoller war der praxisnahe Austausch unter den Teilnehmenden: Eigene Erfahrungen aus dem beruflichen Alltag wurden eingebracht, gemeinsam reflektiert und durch konkrete Tipps sowie Handlungsstrategien von den anderen oder der Referentin ergänzt.
Ein weiterer Punkt im Workshopprogramm war die Prävention. Gemeinsam wurde erarbeitet, wie diskriminierungssensible pädagogische Arbeit von Anfang an gestaltet werden kann, um rassistische Strukturen gar nicht erst zu reproduzieren.
Denn Prävention ist langfristig wirksamer als reine Intervention.
Der Tagesworkshop bot den Teilnehmenden damit nicht nur die Möglichkeit, den Alltag von Kindern bewusster zu betrachten, sondern auch praktische Methoden und Impulse für eine diskriminierungssensible pädagogische Praxis. Er setzte wichtige Denkanstöße und stärkte Fachkräfte wie Eltern darin, anti-asiatischem Rassismus aktiv entgegenzutreten und nachhaltige Veränderungsprozesse anzustoßen.
Das Projekt "Vielfalt im Dialog mit EBAV" wird als Innovationsprojekt im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Zudem wird es von der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung im Rahmen von „Demokratie. Vielfalt. Respekt.“, dem Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, kofinanziert.
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