#12 - Eine Entscheidung, die ein neues Kapitel in deinem Leben geöffnet hat
📅 Wann: Samstag, 11. April
2026 ⏰ 11:00 - 14:00 Uhr
📍 Wo: Berlin
& bundesweit Online: GePGeMi e.V., Schivelbeinerstraße 6, 10439 Berlin
Hamburg: Haus des Engagements im betahaus, Eifflerstraße 43, 22769 Hamburg
Brunch Talk verbindet: Berlin, Hamburg und bundesweit online
Nach der Winterpause konnte der Brunch Talk ab April 2026 auch in Hamburg wieder vor Ort stattfinden. Der Neustart begann mit einer gemeinsamen Begrüßung mit Teilnehmenden in Berlin und bundesweit online. Zu Beginn wurden aktuelle Projektneuigkeiten geteilt, darunter ein kurzer Einblick in die Pressekonferenz der Meldestelle AAR (AntiAsiatischer Rassismus) und den Jahresbericht 2025, an dem auch Netzwerkmitglieder durch Übersetzungen und Bekanntmachung der Meldestelle mitgewirkt haben.
Im April war das Thema „Eine Entscheidung, die ein neues Kapitel in deinem Leben geöffnet hat“. Die Teilnehmenden brachten dazu persönliche Gegenstände mit, die mit dieser Entscheidung verbunden sind. Für viele war die Entscheidung, nach Deutschland zu kommen, prägend unabhängig davon, ob sie lange vorbereitet war oder eher ohne große Planung entstand. Solche Entscheidungen bringen neue Chancen und Freude, gleichzeitig aber auch Herausforderungen, die anfangs oft nicht absehbar sind.
Eine Teilnehmerin erzählte von ihrem Weg nach Deutschland und brachte ihre alten Flugtickets sowie Covid-Testergebnisse mit. Sie hatte ihr Studium in lange vorbereitet, doch kurz vor der Ausreise begann die Pandemie. Unter vielen Einschränkungen konnte sie einreisen, aber ihr Studienalltag verlief ganz anders als erwartet: Prüfungen fanden nicht statt, und vor allem gab es kaum Möglichkeiten, soziale Kontakte aufzubauen. Gerade am Anfang in einem neuen Land fehlten ihr damit wichtige Gelegenheiten, Freund*innen zu finden und anzukommen.
Eine andere Teilnehmerin berichtete von ihrer Ankunft vor rund 25 Jahren. Sie kam mit der Erwartung nach Deutschland, in einem geschlechtergleichberechtigteren Kontext zu leben, stellte im Studium jedoch ähnliche Strukturen fest. Zudem ergab sich eine weitere Herausforderung: Während sie in ihrem Herkunftsland als „Frau“ wahrgenommen wurde, wurde sie in Deutschland als „asiatische Frau“ gelesen, auf die sich völlig neue, unerwartete Zuschreibungen auswirkten.
Neben dem Austausch persönlicher Erfahrungen war ein zentrales Highlight des Treffens der gemeinsame Wille des Netzwerks, die geteilten Geschichten nicht im Raum zu lassen, sondern sie sichtbar in die Gesellschaft zu tragen. In weiteren Treffen möchte das Netzwerk diesen Prozess gemeinsam weiterentwickeln. Dabei besteht ein gemeinsamer Wunsch, voneinander zu lernen und sich kollegial zu beraten, um bestehende Herausforderungen gemeinsam zu reflektieren und eigene Strategien zu entwickeln – die nächsten Treffen werden bereits mit Vorfreude erwartet.
Das Projekt "Vielfalt im Dialog mit EBAV" wird als Innovationsprojekt im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Zudem wird es von der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung im Rahmen von „Demokratie. Vielfalt. Respekt.“, dem Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, kofinanziert.
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