📅 Wann: Samstag, den 07. März 2026 von 14:30 bis 16:30 Uhr
📍 Wo: Schivelbeiner Straße 6, 10439 Berlin, GePGeMi e.V.
Einen Tag vor dem Internationalen Frauen*tag trafen wir uns im Vielfaltscafé. Eine gemischte Gruppe kam zusammen, um sich auszutauschen, gemeinsam Zeit zu verbringen und sich auf den 8. März
einzustimmen.
Um sich schon einmal aufzuwärmen, wurden die Ärmel hochgekrempelt: Nudelteig wurde geknetet, „gerissen“ und „gezogen“ und später mit einem bunten Mix aus frischen Zutaten gemeinsam
gegessen.
Vielfältige Wege, laut zu werden
Der Internationale Frauen*tag, der von vielen genutzt wird, um für die Rechte von Frauen und Gleichberechtigung einzustehen, wurde im Vielfaltscafé zum Anlass genommen, über die
unterschiedlichen Erfahrungen der Teilnehmenden zu sprechen: darüber, wie es ist, die eigene Stimme zu erheben und Vielfalt sichtbar zu machen.
Ausgehend von den Erfahrungen der Photovoice-Co-Forschenden tauschten sich die Teilnehmenden darüber aus, was ihnen Mut macht, ihre Stimme zu erheben, welche Stimmen noch zu
selten gehört werden und was es für sie persönlich bedeutet, diese zu stärken und sichtbarer zu machen.
Dabei zeigte sich auch anhand der Erzählungen aus der Photovoice-Dokumentation, dass Engagement und Sichtbarmachung nicht nur über Demonstrationen und Kundgebungen stattfinden.
Vielmehr gibt es unterschiedliche Wege, sich einzubringen, wie z.B. das Organisieren von einem Film Festival für migrantische Gruppen.
Unterschiedliche Zugänge und Hürden zu Engagement
Einige Teilnehmende mit Migrationsgeschichte erzählten, dass es für sie nicht selbstverständlich ist, an Demonstrationen teilzunehmen. Sie fühlen sich oft nicht angesprochen oder haben im Alltag
andere Sorgen, die gerade im Vordergrund stehen.
Andere berichteten, dass sie sich politisch engagieren, demonstrieren gehen oder Aktionen organisieren. Sei es, um marginalisierte Stimmen in Deutschland sichtbarer zu machen oder um auf die
Situation in ihren Herkunftsländern aufmerksam zu machen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass dies nicht immer einfach ist, da beispielsweise Migrant*innen der ersten Generation bei der
Organisation von Aktionen oder ihrem Engagement auf andere Hürden stoßen als Personen ohne Migrationsgeschichte. Globale politische Konflikte bleiben nicht ohne Folgen für Migrant*innen in
Deutschland und prägen auch die Bedingungen, unter denen sie ihre Stimmen hier erheben.
Solidarität in einer vielfältigen Migrationsgesellschaft
Einige sagten auch, dass sie bewusst nicht mehr an großen Demonstrationen teilnehmen – sei es wegen Stress, Reizüberflutung oder weil es schwer ist, dies mit ihrem Alltag zu vereinbaren.
Stattdessen vernetzen sie sich mit verschiedenen Gruppen oder schaffen alternative Räume des Austauschs.
Ein Gedanke zog sich durch viele Beiträge: Nicht jede Stimme ist gleich laut oder gleich sichtbar. Gerade deshalb braucht es Räume, in denen Menschen sich ohne Druck und in ihrem
eigenen Tempo mitteilen können. Dabei wurde auch deutlich, dass Solidarität eine wichtige Rolle spielt, um Stimmen zu stärken und ihnen mehr Sichtbarkeit zu geben.
Am Ende stand ein gemeinsames Gefühl: der Wunsch, mehr füreinander da zu sein. Solidarität beginnt im Kleinen – beim Zuhören, beim Verstehen und beim Ernstnehmen unterschiedlicher
Lebenserfahrungen und -realitäten.
Das Projekt "Vielfalt im Dialog mit EBAV" wird als Innovationsprojekt im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Zudem wird es von der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung im Rahmen von „Demokratie. Vielfalt. Respekt.“, dem Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, kofinanziert.
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