Berlin, 26. März 2026
Den vollständigen Jahresbericht 2025 von der Meldestelle AAR können Sie hier [herunterladen].
Meldestelle AAR macht anti-asiatischen Rassismus in Deutschland sichtbar
Mit dem Jahresbericht 2025 legt die Meldestelle AAR erstmals eine bundesweite Auswertung zu anti-asiatischem Rassismus vor. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Diskriminierung gegen asiatisch gelesene Menschen ist in Deutschland weit verbreitet und bleibt in vielen Fällen unsichtbar.
141 dokumentierte Vorfälle innerhalb eines Jahres verdeutlichen das Ausmaß. Gleichzeitig offenbart der Bericht eine große Lücke:
88 Prozent der Vorfälle wurden nicht bei der Polizei gemeldet, mehr als die Hälfte (57%) auch bei keiner anderen Meldestelle. Es ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.
„Anti-asiatischer Rassismus ist Realität und kein Randphänomen. Er ist Alltag – strukturell und institutionell verankert.“
Rassismus im Alltag: (Un)sichtbar und allgegenwärtig
Im Durchschnitt dokumentierte die Meldestelle AAR im ersten Jahr 2,7 Vorfälle pro Woche. Die dokumentierten Vorfälle reichen von abwertenden Kommentaren bis hin zu körperlichen Angriffen. Besonders häufig berichten Betroffene von:
• Mikroaggressionen (46,8 %)
• Beleidigungen und Bedrohungen (46,8 %)
• struktureller und institutioneller Benachteiligung (18,4 %)
• körperlicher Gewalt (12,7 %)
Die Diskriminierungen ereigneten sich vor allem:
• 57 % im öffentlichen Raum
• 14,8 % am Arbeitsplatz
• 12 % online
Gleichzeitig zeigen die Daten, dass ein diskriminierender Vorfall häufig mehrere Lebensbereiche betrifft.
Wer besonders betroffen ist
Die Mehrheit der Betroffenen ist zwischen 18 und 45 Jahre alt. 61 Prozent sind Migrant*innen der ersten Generation*, ein großer Anteil (41%) von ihnen berichten von zusätzlichen
Hürden wie Sprachbarrieren.
Auffällig ist zudem, dass Frauen häufiger von Diskriminierung berichten als Männer.
*Menschen, die nicht in Deutschland geboren und aufgewachsen sind und erst im Erwachsenenalter nach Deutschland gekommen sind,
z. B. ausländische Studierende, Arbeitsmigrant*innen und Geflüchtete.
Fehlendes Vertrauen macht Sichtbarkeit besonders wichtig
Viele Betroffene erleben, dass Diskriminierung nicht ernst genommen wird, z.B. bei Behörden, Bildungseinrichtungen oder der Polizei. Ohne gezielte Ansprache bleiben viele Erfahrungen unsichtbar. Ein Großteil der dokumentierten Vorfälle wurde erst durch Communityarbeit, persönliche Gespräche oder Hinweise aus dem Umfeld bekannt.
Die Meldestelle AAR schließt damit eine zentrale Lücke, auch für schwer erreichbare Gruppen, und trägt zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe bei.
„Es geht um Lebensrealitäten – nicht nur um Zahlen. Jede Meldung ist ein Zeichen von Vertrauen. Wer sich an die Meldestelle AAR wendet, sucht nicht nur Sichtbarkeit, sondern auch gesellschaftliche Veränderung – für sich und andere.“
Ausblick
Die Meldestelle AAR gibt einen Ausblick auf ihre zukünftige Arbeit und die geplanten Schritte:
• Bundesweite Ausweitung der Arbeit sowie Aufbau überregionaler Netzwerke
• Langfristige Trend- und intersektionale Analysen zur Erfassung von Entwicklungen und Überschneidungen verschiedener Diskriminierungsformen
• Entwicklung konkreter Handlungsempfehlungen und Beratung von Politik und Verwaltung
„Communitybasierte Arbeit lässt sich nicht kurzfristig aufbauen. Sie braucht langfristige Finanzierung.“
Über die Meldestelle AAR
Die Meldestelle AAR wurde 2025 gegründet. Sie dokumentiert und macht anti-asiatischen Rassismus in Deutschland sichtbar. Ziel ist es, die Teilhabe von Betroffenen zu stärken, strukturelle Missstände offenzulegen und die Migrationsgesellschaft für anti-asiatischen Rassismus zu sensibilisieren. Auf dieser Grundlage entwickelt die Meldestelle AAR konkrete Handlungsempfehlungen sowie Handreichungen für Politik, Verwaltung und weitere verantwortliche Akteur*innen.
Pressekontakt:
Ly Le, Ansprechperson der Meldestelle AAR von GePGeMi e.V.
E-Mail: [email protected]
Tel.: 030 28698795


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