Weitere mögliche Themen- oder Problembeispiele für die Beratung:

Sind Sie nicht sicher, ob Ihr Problem für die Beratung richtig ist? Hier sind einige Beispielfälle, in denen unser Beratungsteam Ihnen beratend zur Seite stehen kann. Sollten Sie ähnliche Probleme haben, wenden Sie sich gerne an unsere Beratungsstelle.


1. Auf Deutsch ein Formular ausfüllen

Bei einer Behörde muss ich einen Antrag stellen. Ich habe das Formular fertig ausgefüllt. Es wäre eine Hilfe, wenn jemand es  zusammen mit mir überprüfen könnte...


2. Kommunikation mit der Schule meines Kindes

Mein Sohn ist von seiner Klassenlehrerin eingeschüchtert, weil sie ihm einmal in Bezug auf seine Herkunft etwas Komisches gesagt hat. Seitdem hat er öfters Bauchschmerzen und sieht morgens bedrückt aus. Ich weiß nicht, wie ich die Lehrerin darüber informieren kann.


3. Unangenehme Erfahrung auf der Straße

Als ich auf der Straße lief, habe ich plötzlich gehört, dass jemand hinter mir laut „Geisha!" „Hara-Kiri!" „Ni-Hao!" gesagt hat. Ich traute mich nicht, zurückzuschauen, weil ich mir nicht sicher war, ob das an mich gerichtet war, und ich hatte Angst vor weiteren Adressierungen, weil ich alleine war. Im Nachhinein wuchs ein Ärger in mir und ich frage mich nun ständig, was ich in diesem Moment hätte machen müssen...


4. Angst vor einem Arztbesuch

Herr C. hat seit Jahren schreckliche Zahnschmerzen. Er weiß sehr wohl, dass er zum Zahnarzt gehen muss, zögert aber, weil er in Deutschland keine Krankenkasse hat und zudem nicht viel zahlen kann. Er hatte für 2020 geplant, während eines Familienbesuchs in seinem Heimatland, einen Zahnarzt vor Ort zu besuchen. Aufgrund der coronabedingten Reiseeinschränkung kam es jedoch nicht dazu. Nun kann er wegen der Schmerzen oft nicht mehr durchschlafen und spürt einen massiven Leistungs- und Konzentrationsverlust im Alltag und auf der Arbeit.


5. Hilflosigkeit nach dem Tod des Partners

Frau P. lebt bereits seit über 40 Jahren in Berlin und hat die meiste Zeit ihrer Ehe mit der Kindeserziehung und einer Arbeitstätigkeit als Raumpflegekraft verbracht. Da sie neben ihrem Deutschen Mann und dessen früherer Familie fast keine Kontakte zu weiteren deutschen Erstsprachnler*innen hatte, konnte sie ihr Sprachvermögen im Deutschen nicht ausbauen, was häufig zu Problemen im Alltag führt. Bisher konnte Frau P. auf die Hilfe ihres Mannes und auch einiger Kolleg*innen zurückgreifen, die sie bei Sprach- und Übersetzungsproblemen unterstützen.Seit dem plötzlichen Tot von Frau Ps Mann hat sich ihre Situation jedoch grundlegend verändert. Frau P. fühlt sich hilflos, da sie in vielen Bereichen des Alltags nicht mehr auf die Hilfe ihres Mannes zurückgreifen kann und ihre Kolleg*innen ganz eigene Probleme haben.

 


6. Probleme mit den älteren Kindern

Seit das Kind von Frau L. 17 Jahre alt geworden ist, hat sich vieles in ihrer Beziehung verändert. Frau L. hat das Gefühl, dass sich ihr Kind – bald volljährig – mehr und mehr von ihr abwendet und nur selten bereit ist, mit Frau L. Zeit zu verbringen oder sie zu unterstützen. Da Frau L. nicht besonders gut Deutsch spricht, hat sie das Gefühl, ihrem Kind eine Last zu sein, obwohl sie sich doch nur das Beste wünscht. Auch haben sich die schulischen Leistungen ihres Kindes stark verschlechtert, was Frau L. sehr belastet, da sie ihr Kind wegen der verschiedenen Sprachen nicht richtig unterstützen kann. Frau L. ist vollkommen ratlos, wie sie sich mit der Situation umgehen kann.


7. Liebe oder Freiheitseingriff?

Frau Y. kommt aus Japan und lebt seit zwei Jahren mit ihrem deutschen Ehemann in Berlin. Das Sprachniveau im Deutschen der Frau Y. liegt momentan auf A2-B1 und das Ehepaar kommuniziert hauptsächlich auf Englisch. Der Ehemann ist ganz lieb zu Frau Y. und will, dass sie sich nur auf die eheliche Lebensgemeinschaft konzentriert. Frau Y. möchte aber gerne eine Sprachschule besuchen, um ihr Deutsch zu verbessern, und darüber hinaus um ihr Umfeld außerhalb der Ehe besser kennenzulernen. Als Frau Y. ihrem Ehemann den Wunsch mitteilte, wurde er sehr aufgeregt und sagte ihr, dass sie das nicht brauche, weil die Kommunikation zu Hause einwandfrei sei. Des Weiteren äußerte er die Sorge, dass sie dort einen neuen Freund kennenlernen würde und dass sie fremdgehen würde. Frau Y. hat außerdem noch kein eigenes Bankkonto, weil der über durchschnittlich verdienende Ehemann behauptet, dass Ausländer in Deutschland kein Bankkonto öffnen dürfen. Frau Y. ist zwar zufrieden mit dem liebevollen Ehemann, nimmt jedoch wahr, dass ihre Freiheit durch ihn eingeschränkt ist.


8. Dominante Partnerin

Herr K. hat sich vor drei Jahren mit einer deutschen Frau verheiratet. Sie haben sich im Studium in Südkorea kennengelernt und sind auf den starken Wunsch der Ehefrau hin nach Berlin – ihrer Heimatstadt – gezogen, woraufhin die Eltern von Herrn K. die Eheschließung der beiden als Bedingung gefordert haben. Für Herr Ks Ehefrau war es seit ihrer Kindheit ein Traum, einen Koreaner zu heiraten. Die Leidenschaft der Ehefrau für ihre Liebesbeziehung hat Herrn K. überzeugt, seinen Plan in der Zukunft zu ändern: Er wollte eigentlich in Südkorea bis zum Master studieren und dort in der Nähe seiner Eltern eine neue Familie gründen. Er fand es aber schön, mit der lebensfreudigen Frau, die großen Respekt vor der koreanischen Kultur  hat, zusammen zu leben, egal wo sie sind. Im neuen Leben in Berlin hat sich die Ehefrau aber plötzlich verändert: sie macht so gut wie nichts im Haushalt, geht nur sporadisch arbeiten und macht Herrn K. einen Vorwurf, dass er einen besseren Job finden sollte: Er hat sich Mühe gegeben, in kurzer Zeit das Deutsche zu beherrschen, und studiert nun sogar im Master. Neben dem Studium arbeitet er 20 Std. pro Woche in einem Hotelbetrieb und muss zudem viele der Haushaltsarbeiten übernehmen. Außerdem wünscht sich die Ehefrau, so schnell wie möglich ein Kind zu haben. Aufgrund seines langen Arbeitstages und des Stresses zu Hause hat er aber sehr oft keine Lust und nicht mehr genügend Energie für Sex. Er kann ihr doch nichts entgegensetzen, weil sie schnell laut und aggressiv wird.


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