Frühstückstalk:

Treffen zum entspannten Plaudern für Menschen aus Asien

Mit der Veranstaltungsreihe „Frühstückstalk“ im Rahmen des Projektes StilBruch-EBAV 2022 zielt GePGeMi auf Empowerment für Menschen aus Asien ab. Hinter dem Begriff Empowerment steckt das Konzept, die Fähigkeiten der Menschen zu verstärken. Im Migrationsalltag erfahren viele Menschen zahlreiche verschiedene Herausforderungen, die sich z. B. wegen der Sprachbarriere oder des Kulturunterschiedes durch vorhandene Kompetenzen nur schwer überwinden lassen. Der Frühstückstalk bietet dieser Menschengruppe eine Gelegenheit zur freundlichen Vernetzung und zum Informationsgewinn für eine Erleichterung ihres Lebenstalltags in der Migration.

 

Termine 2022

Sa. 29. Januar 2022 | 11:00-14:30 | ONLINE per Zoom & Gather |
Fr. 25. März 2022 | 18:00-20:30  | Thema: Sprachbarrieren | Pangea-Haus | 

Sa. 21. Mai 2022 | 11:00-14:00 | Thema: Migration und Depression  | GePGeMi-Geschäftsbüro | 

Sa. 9. Juli 2022 | 12:00-18:00 | GePGeMi-Sommerfest! | Haus der Nachbarschafft Wilmersdorf |

Sa. 20. August 2022 | 11:30-15:30 | Empowerment-Ausflug! + Generationsübergreifender Austausch | Volkspark Wilmersdorf |
Fr. 16. Dezember 2022 | Thema: Soziales Engagement und gesellschaftliche Teilhabe | vsl. GePGeMi-Geschäftsbüro |


Fr. 21. Mai 2022 | 11:00-14:00 | GePGeMi-Geschäftsbüro

Der dritte Frühstückstalk 2022

Treffen zum entspannten Plaudern zum Thema Migration und Depression

Am Samstag, den 21. Mai 2022, fand der Frühstückstalk zum Thema Migration und Depression im Büro von GePGeMi statt. Durch einen Gastbeitrag von Frau Dipl. Psych. Fang Han haben sich die 16 Teilnehmende aus Vietnam, Südkorea, Japan, Thailand, China, Indonesien, Malaysia und Deutschland in einer frischen Frühlingsstimmung mit dem Zusammenhang zwischen dem Leben als Migrant:innen und Depression beschäftigt.

 

Zunächst hat Frau Han den Teilnehmenden folgende Begriffe, welche Symptome der Depression darstellen, eingeführt:

  • Appetitminderung
  • Schlafstörungen
  • Schuldgefühle & Gefühle von Wertlosigkeit
  • Vermindertes Selbstwertgefühl & Selbstvertrauen
  • Verminderte Konzentrations & Aufmerksamkeit
  • Suizidgedanken / Suizidhandlungen
  • Verminderter Antrieb
  • Verlust von Interesse & Freunde
  • Depressive Stimmung
  • Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven

Das seien fachmedizinische Begriffe, welche Mediziener:innen für Depressionsdiagnose gebrauchen. Beim Besuchen einer Arztpraxis seien sie als ein Kommunikationsmittel nützlich, anhand dessen Ratsuchende den Ärzt:innen leichter ihre gesundheitliche Verstimmung begreiflich machen können.

 

Anschließend wurden folgende sozialen Aspekte, die sich aufgrund der Migration bzw. des Wechsels der Lebenswelt gezwungenermaßen verändern, vorgestellt. Änderungen dieser sozialen Komponenten wirken sich häufig negativ auf psychischen Zustand der Migrant:innen aus. Infolgedessen leiden viele unter einer depressiven Verstimmung bzw. werden an einer Depression erkrankt.

  • Soziale Kompetenz:
    • Freunde
    • Bekannte & Kollegen
    • Alltagskontakte
  • Selbstakzeptanz
    • Stärken & Schwächen
    • Kritik & Feedback
  • Selbstvertrauen:
    • Status
    • Erfahrungen

 

  • Beziehung:
    • Eltern-Kind
    • Partnerschaft
  • Rückmeldung von:
    • Bekanntenkreis
    • Bezugspersonen
  • Schönheitsideale
  • Soziale Vergleiche

 


Zum Schluss des Gastbeitrags haben sich die Teilnehmenden über folgende Unterstützungsformen im Gesundheitssystem in Deutschland informiert: PiA - Psychiatrische Institutsambulanz, Sozialpsychiatrischer Dienst, APP - Ambulant Psychiatrische Pflege, Familien- und Erziehungsberatung, Kinder- und Jugendpsychiatrie, psychiatrische Tagesklinik, Familientagesklinik, ambulante Psychotehrapie, ambulant betreutes Wohnen, stationäre psychiatrische Klinik, Rehaklinik, Hausarzt, Suchtberatung, Selbsthilfe Gruppe, Frauenhaus / Mutter-Kind-Schutzhaus, Weißer Ring - für Opfer von sexuellem Missbrauch und XENION Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e. V.

 

 

Das Besondere am GePGeMi-Frühstückstalk liegt in einer Gruppendiskussion in Erstsprachen der Teilnehmenden. Anhand der Leitfragen wie folgt haben die Teilnehmenden eine stressfreie Unterhaltung, gleichzeitig einen vertiefenden thematischen Austausch genossen:

  • Seitdem ich nach Deutschland gekommen bin, hat sich mein Selbstwert geändert? Wie hat es sich geändert und warum?
  • Wenn ich das Gefühl habe, in ein tiefes schwarzes Loch gefallen zu sein, was mache ich damit ich wieder herauskommen kann?

Das Thema Zugangsschwierigkeiten an psychotherapeutische Angebote im deutschen Gesundheitssystems, wie bspw. wegen der Sprachbarrieren oder kulturspezifischer Hemmschwellen (z. B. Angst vor der Offenbarung eigenes Krankenstandes), blieb noch offen. Einen Brückenbau dieser Kluft kann das Beratungsangebot bei GePGeMi kostenlos leisten.


Nächster Frühstückstalk: 21. Mai 2022 „Migration und Depression"

Maximale Teilnahmeanzahl wurde erreicht. Anmeldung für Warteliste ist möglich.


Menschen mit Migrationsgeschichte haben es nicht immer leicht in ihrer neuen Wahlheimat Deutschland. Sie leiden oft unter seelischen Belastungen aufgrund der sozialen Isolation, beruflicher Neuorientierung, Identitätskrise und Rassismus. Gleichzeitig verfügen Migrant*innen über wenigere Ressourcen als bisher z. B. in Bezug auf ihre Heimat, ihre Sprache, ihren Sozialstatus und ihre Ursprungsfamilien. Infolgedessen sind Migrant*innen anfälliger für psychische Erkrankungen, wie z. B. Depression, Psychosen und Suizidalität. Obwohl Deutschland ein gutes psychosoziales Gesundheitssystem anbietet, können die meisten Migrant*innen diese professionelle Hilfe nicht oder nur unzureichend in Anspruch nehmen. Einerseits liegt es daran, dass sprachliche und kulturelle Kommunikationsbarrieren bestehen, andererseits wissen viele Migrant*innen nicht, wohin und an wen sie sich wenden können. Wir laden Euch daher herzlich dazu ein, mit uns über das Thema „Migration und Depression" im unseren kommenden Frühstückstalk gemeinsam zu diskutieren und uns weiter zu informieren.

Referentin: Dipl. Psych. Fang Han ist eine gebürtige Chinesin, die seit 2000 in Deutschland lebt. Sie arbeitet als Psychotherapeutin bei der psychiatrischen Tagesklinik in Bernau vom Martin-Gropius-Krankenhaus. Zudem approbiert sie zurzeit als systematische Psychotherapeutin mit dem Schwerpunkt auf Interaktionen zwischen Mitgliedern der Familie und deren sozialen Umwelt.

 

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Fr. 25. März 2022 | 18:00-20:30 | Pangea-Haus

Der zweite Frühstückstalk 2022

Treffen zum entspannten Plaudern zum Thema Sprachbarrieren

Am Freitag, den 25. März 2022, fand der Frühstückstalk zum Thema Sprachbarrieren im Pangea-Haus statt. Die Bezeichnung "Frühstückstalk" leitet sich aus dem Konzept der Veranstaltungsreihe her, dass das Treffen auf ein entspanntes, ungezwungenes Beisammensein wie es an einem späten Frühstück am Wochendende abzielt.

 

Üblicherweise findet der Frühstückstalk tatsächlich zur Zeit des Brunchs an einem Samstag statt. Diesmal wurde er jedoch am Freitagabend versetzt, um die Teilnahmechance der denjenigen, die samstags keine freie Zeit haben, zu erhöhen. Eine gemütliche Abendatmosphäre ergab sich durch zwei große Wohnzimmerlampen in einem geräumigen, neugebauten, sauberen Raum des Pangea-Hauses. Die anfängliche Schüchternheit wurde von einem Kennenlernen-Warm-Up aufgelockert. Die 16 Teilnehmende aus Japan, Südkorea, Vietnam, Thailand, China, Indonesien, Ecuador und Deutschland haben sich in einer vertrauten Stimmung über ihre Warhnehmungen und Erfahrungen in Bezug auf Sprachbarrieren insbesondere in Deutschland ausgiebig ausgetauscht.


Im gemeinsamen Austausch stellte sich vermehrt heraus, dass die deutsche Sprache für Personen in der Migration (deren Erstsprache eine andere ist) nicht nur die Aneignung und den jeweiligen Lernstand betreffend, eine große Herausforderung und kommunikatives Hindernis für den Alltag darstellt. Des Weiteren äußerten Personen, deren Erstsprache Deutsch ist, die jedoch aufgrund ihrer Erscheinung häufig als asiatisch/migrantisch resp. „nicht-deutsch" wahrgenommen werden, ebenfalls mit Sprachbarrieren umgehen zu müssen, welche im beruflichen oder akademischen Kontext spürbar sind. Bildungsbezogene sowie die soziale Herkunft betreffende Zuschreibungen und resultierende Sprachbarrieren spielen hier eine größere Rolle.

Die Diskussion wurde daraufhin in kleinen Gruppen in den jeweiligen Erstsprachen der Teilnehmenden (Japanisch, Koreanisch, Thailändisch, Vietnamesisch und Deutsch) vertieft. Dabei haben sie gemeinsam mit ihren Gruppenmitgliedern über folgende Leitfragen nachgedacht:

  1. In welcher Situation musst du an Sprachbarrieren denken?
  2. Was für eine Erfahrung hast du bezüglich der Sprachbarrieren gemacht?

In der Gruppendiskussion ergab sich, dass sie u. a. auf der Arbeit, im Studium, in der Ausbildung, bei Behördengängen, dem Arztbesuch und allgemein in Situationen, in denen Fachbegriffe verwendet werden (z. B. in der Kommunikation mit der Krankenkasse), vor allem Personen, deren Erstsprache eine andere als Deutsch ist, gegen Sprachbarrieren zu kämpfen haben. In solchen Situationen empfinden sie ganz häufig eine Machtlosigkeit, Resignation, Schuld- oder Schamgefühl und verlieren in gewissem Maße das Gefühl von Selbstwert. Als unmittelbare Folge verzichten sie häufig auf Meinungsäußerungen, den Aufbau eines Freundeskreises und selbst auf die prophylaktische Gesundheitspflege durch das medizinische System, welche ihnen zusteht. So wirken sich die Sprachbarrieren massiv benachteiligend auf das Leben in der Migration aus. 

 

Die wichtigste Frage der Diskussion war, ob der Abbau von Sprachbarrieren ausschließlich den Betroffenen zufällt und von diesen (etwa durch vermehrtes Lernen) behoben werden muss. In weiteren Gesprächen kam die Gruppe zu der Einsicht, dass eine an Vielfalt orientierte Gesellschaft die Problematik sprachlicher (somit auch sozialer) Barrieren und Benachteiligungen nicht auf die Betroffenen reduzieren darf. Vielmehr ist zu erwarten, dass alle Gesellschaftsmitglieder die beschriebenen Benachteiligungsmechanismen durch Sprachbarrieren, welche sich nicht auf das jeweilige Sprachvermögen reduzieren und abwälzen lassen, erkennt und ebenfalls zu einem Abbau von Sprachbarrieren hinstrebt strebt.


Das Beratungsangebot von GePGeMi ist ein Teil dieses Sprachbarrierenabbaus: Kostenlose Beratungsgespräche auf verschiedene asiatische Sprachen stehen allen Ratsuchenden zur Verfügung. Nähere Informationen sind hier zu finden.


Frühstückstalk am 25. März 2022 zum Thema Sprachbarrieren


Wie geht's dir im Alltag der Migration? Hast du noch keine Personen kennengelernt, mit denen du vertraut werden kannst? Hast du wegen der Sprachbarriere Schwierigkeiten? Möchtest du in deiner Erstsprache (z. B. Koreanisch, Japanisch, Vietnamesisch, Thailändisch, Englisch, etc.) über dein Leben in Berlin sprechen? „Frühstückstalk“ bietet Menschen aus Asien einen entspannten Anlass zum Begegnen und Austauschen mit Menschen mit einer ähnlichen Migrationsbiografie. Komm mal vorbei, plaudern wir ganz einfach in eigener Sprache!

Scroll nach unten zur Anmeldung!



Sa. 29. Januar 2022 | 11:00-14:30 | Online per Zoom & gather

Der erste Frühstückstalk 2022

Treffen zum entspannten Plaudern für Menschen aus Asien

Am Samstag, dem 29. Januar 2022, fand der erste Frühstückstalk 2022 statt. In der rasant wachsenden COVID-19-Infektionslage wurde die ursprünglich als ein vis-à-vis Treffen geplante Veranstaltung kurz-
fristig ins Online-Format umgestellt. Trotz des physischen Abstandes ergab sich von Beginn an eine freundschaftliche Atmosphäre zwischen den 12 Teilnehmenden aus Japan, Südkorea, Thailand, Vietnam, Indonesien und Deutschland. Nachdem sie sich durch eine individu-
elle Vorstellung kennengelernt hatten, haben sie sich über das Arbeitskonzept sowie den Veranstaltungsplan im Jahre 2022 von GePGeMi informiert. Im anschließenden Gruppenaustausch (Koreanisch-sprachige, Japanisch-sprachige und Deutsch-sprachige Gruppen) haben die Teilnehmenden ein entspanntes Plaudern genossen. Eines der Highlights dabei war der Einsatz eines neuen Online-Konferenztools „Gather“:

Dieses Interaktionstool wird in der nächsten Online-Veranstaltung „Asiat*innen aktiv: 2. Gruppendiskussion mit Asiat*innen mit Migrationsgeschichte“ (Sa. 19.02.2022) ebenfalls verwendet. Durch die spielerische Handlung auf Gather ist der Austausch mit den Teilnehmenden schön „kuschlig“ geworden. In einer vertraulichen Stimmung bietete sich eine vertiefte Diskussion über die folgenden migrationsbezogenen Aspekte:

  • Diskriminierungserfahrungen in Deutschland / im eigenen Herkunftsland
  • Leben als asiatische*r Student*in in Deutschland
  • Herausforderungen in der Familiengründung / in der (Schul-)Erziehung / in der Wohnungssuche
  • Intersektionalität / Überschneidung verschiedener Diskriminierungsformen (z. B. Rassismus und Klassismus)

Die aufgegriffenen Aspekte werden das ganze Jahr hindurch in weiteren Veranstaltungen von GePGeMi vertieft.


Frühstückstalk am 29. Januar 2022

ONLINE-Veranstaltung!


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2. Etage im Pangea-Haus

 

Tel. 030 2869 8795 / 030 9842 4316

 

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