Verbreitung von Hornbachs Werbespot endlich eingestellt

Aufgrund der massiven Beschwerden, auch beim Deutschen Werberat, hat die Firma Hornbach ab heute (15. April 2019) die Aussendung des diskriminierenden Werbespots gegen Asiatinnen in Fernsehen und Kino und ebenso über soziale Medien wie YouTube und Instagram etc. in Deutschland eingestellt. In anderen Ländern wie Österreich, der Schweiz und den Niederlanden ist der Werbespot von Hornbach allerdings noch verfügbar.

  

Im Folgenden ist die offizielle Mitteilung von Deutscher Werberat als PDF:


Beschwerde über Werbung von Hornbach beim Deutschen Werberat

Da die Firma Hornbach sich weiterhin weigert, die Aussendung des Werbeclips einzustellen, hat GepGeMi folgende Beschwerde beim Deutschen Werberat eingereicht:

 

Ältere Männer machen schwere Gartenarbeit, ziehen danach ihre Kleidung aus und lassen die verschwitzte Unterwäsche in Folie einschweißen. In einer vermeintlich ostasiatischen Stadt zieht eine junge asiatische Frau aus einem neben einem Imbiss stehenden Automaten, eine dieser Tüten, und riecht an einem Unterhemd der alten Männer und verdreht angeblich beglückt die Augen. Diese Werbung verbreitet Vorurteile und Klischees über eine angebliche Sexkultur, die es nur in Nischen in Japan gibt. Da die Frau auf der Straße so dargestellt wird, als ob sie mitten in der Öffentlichkeit einen Höhepunkt erlebe, ist diese Werbung Frauen gegenüber abwertend. Da die Männer ihre schmutzige Unterwäsche nach Ostasien schicken, wo sie zu Geld gemacht wird, reproduziert die Werbung von Hornbach ein Bild von Überlegenheit über Ostasiaten, die rassistisch ist.

Es wurden bereits 15.000 Unterschriften gegen die Aussendung dieses Werbeclips gesammelt, doch Hornbach ignoriert die Beschwerden. Diese herabsetzende und beleidigende Werbung muss ab sofort von den Fernsehkanälen und YouTube entfernt werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Min-Sung Kim * Askold Hitzler (Vorstand von GepGeMi e.V.)


Werbung mit asiatischer Frau bei Hornbach – ziemlich unangemessen

In einem Werbespot zeigt der Baumarkt Hornbach, wie schwitzende ältere Männer nach der Gartenarbeit ihre Unterwäsche in einer Tüte verschließen lassen und diese in einer grauen Stadt von einer ostasiatischen Frau aus einem Automaten gekauft wird. Beim Riechen an der Unterwäsche verdreht sie ekstatisch die Augen, als wenn sie sexuell befriedigt werde.

 

Ist das Humor oder Rassismus? Oder lediglich sexistische Werbung? Es ist alles zusammen. Die Beschwerden, vor allem von süd-koreanischen Frauen, die eine Online-Petition zur Entfernung des Videos initiiert haben, werden nach Selbstaussage von Hornbach „ernst genommen“ und das Unternehmen schlägt einen Dialog und ein Treffen mit den ‚Betroffenen‘ vor, um „die Hintergründe für mögliche Verletzungen zu erfahren“.

 

Die Werbung – ein Witz?

Warum aber wird die Werbung im Fernsehen und auf YouTube durch Hornbach weiter verbreitet, wenn das Unternehmen „jegliche Form von Diskriminierung oder gar Rassismus scharf ablehnt“? Die Wahrnehmung von Hornbach ist offenbar, dass es sich um ein „Missverständnis“ handele, das zu „Unmut“ geführt habe.  Sind asiatische Frauen nicht in der Lage, einen ‚Witz‘ zu verstehen, bei dem doch nur der gesunde Garten der kranken, grauen Großstadt gegenübergestellt wird? Geht es nur um den Frühling und wie er riecht?

 

Wenn die Reaktion lediglich um die eigene Wahrnehmung von Hornbach kreist, kann die Suche nach einem „direkten Dialog“ nicht ernst gemeint sein.

  1. Rassismus: Als Deutscher oder Weißer sollte man sich bewusst sein, dass ein Witz über Menschen, die nicht ‚deutsch‘ oder ‚weiß‘ aussehen, nicht lustig sein kann! Wer einen Witz aufgrund äußerlicher Merkmale macht, findet sich lediglich selber lustig. Wenn der oder die andere nicht mitlachen kann, ist es kein Witz mehr, sondern Diskriminierung.
  2. Sexismus: Als Mann sollte man sich ebenso bewusst sein, dass die Realität Ungleichheiten hat, bei denen Frauen aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert, belästigt oder ihnen gar Gewalt angetan wird – und zwar aufgrund der Tatsache, dass sie Frauen sind. Wenn eine Frau sagt, sie möchte, dass der Mann mit ihr anders spricht und er ihre Forderung als ‚Missverständnis‘ abtut und sein Verhalten nicht zu ändern bereit ist, dann beharrt der Mann auf dem ‚Recht des Stärkeren‘.

 

Die Wahrnehmung

Es ist eine Tatsache, dass Asiaten in Deutschland aufgrund Ihres Äußeren häufig belästigt werden. Bei asiatischen Frauen kommt noch die sexuelle Belästigung hinzu. Natürlich belästigt nicht die Mehrheit der Deutschen Asiatinnen. Aber der Werbespot und die Reaktion auf die Empörung spiegelt ein weit verbreitetes Wahrnehmungsbild in Deutschland wider. Hier wird Diskriminierung gegen Asiat*innen nicht wahrgenommen. Asiat*innen gelten als freundlich und zurückhaltend. Daher ist ein Protest in solch einer Wahrnehmung nicht möglich. Es kann sich nur um ein Missverständnis handeln, das man schnell aus dem Weg räumt, indem man den Asiat*innen erklärt, dass man ja kein Rassist sei. Der Vorwurf des Sexismus scheint so absurd, dass man ihn gar nicht zu thematisieren braucht. Wie soll dabei ein „Dialog in Augenhöhe“ stattfinden?

  

Die Zielgruppe

Wen will Hornbach mit der Werbung erreichen? Baumärkte wie Hornbach generieren einen Großteil ihres Jahresumsatzes im Frühling mit dem Verkauf von Produkten für den Garten. In dem Werbespot ist eindeutig die Zielgruppe nicht asiatische Frauen, sondern ‚deutsche‘ Männer ab 50, die genügend Freizeit und Geld für ihren Garten haben. Der Mehrheit der Männer über 50 ist bewusst, dass sie nicht mehr so attraktiv wie mit 20 oder 30 Jahren sind. Doch eine junge, mausgraue Asiatin kann man schon mit seinem Testosterongestank überzeugen. Sex sells, egal ob in der Gartenabteilung bei Hornbach oder in einer Tüte aus einem Automaten neben einem Straßenimbiss.

 

Was würden wir als Deutsche sagen, wenn … ?

Als Deutscher frage ich mich auch, wie es denn für mich wäre, im Fernsehen eines ostasiatischen Landes zu sehen, wie deutsche Frauen gebrauchte Unterwäsche asiatischer Männer inhalieren. Dazu der Spruch, „So riecht technischer Fortschritt!“ Wäre ich dazu noch eine Frau, der auf der Straße von asiatischen Männern aufgrund meiner Hautfarbe unterstellt würde, ich hätte das Bedürfnis, mit jedem das Bett zu teilen, nur weil er Asiate und Mann sei – ja, wie würde ich mich wohl nach solch einem Werbespot fühlen?

 

Das „Missverständnis“

Ich möchte den Machern des Werbespots unterstellen, dass sie genau wussten, was sie tun. Der Sprecher von Hornbach, Florian Preuß, ließ verlauten, dass Hornbach den Ärger „weder bezweckt noch einkalkuliert“ hätte. Bei einer anderen Migrantengruppe hätte sich Hornbach solch eine Provokation nicht erlaubt, will ich behaupten. Die Idee eines solchen Werbespots mit einer Araberin oder Schwarzen wäre schon in den Anfängen verworfen worden. Doch aufgrund des Bildes, das in Deutschland von Asiaten herrscht, wage ich zu bezweifeln, dass mit einem Widerstand seitens der asiatischen Communities gerechnet wurde. Dass der Werbespot auch Wellen bis ins ostasiatische Ausland schlägt, übersteigt offenbar die Vorstellungskraft dieser deutschen Handelskette.

Wer darf von einem „Missverständnis“ sprechen? Wenn behauptet wird, diejenigen, die angegriffen wurden, hätten den Angriff als Angriff missverstanden -  und nicht als wohlmeinenden Akt, dann handelt es sich hierbei um Täterrhetorik. Wer sonst, als die Person, die sich angegriffen fühlt, darf im Nachhinein von einem Missverständnis sprechen?

 

Ein Dialog?

Der Werbespot verbreitet nicht nur ein vollkommen absurdes Bild von Asiatinnen, die den Dreck der 'weißen Rasse' mit Freude absorbieren, sondern die Reaktion auf die Kritik zeigt eine Haltung, dass wir Deutschen immer im Recht seien und die anderen es einfach nicht verstehen wollten. Es ist die Haltung derer, die glauben, dass Rassismus und Sexismus eine Meinung seien und keine gewalttätige Handlung. Solange diese sogenannte ‚Meinung‘ über das Fernsehen und Medien wie YouTube weiter verbreitet wird, kann kein Dialog auf Augenhöhe stattfinden. - Oder wollen Sie mit jemandem eine Unterhaltung führen, der Sie fortwährend schlägt?

 

Askold Hitzler 

Vorstandsmitglied GePGeMi e.V.

E-Mail: askold.hitzler@gemi-berlin.de 

 


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Einladung zum Aktionstag 2018


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Märchen erzählt...in deiner Sprache

Pankower Bilinguale Märchentage vom 08. Bis 23. November 2018

Ob in Spanisch, Italienisch, Englisch, Polnisch, Russisch, Portugiesisch, Koreanisch, Chinesisch, Mazedonisch, Französisch, Armenisch oder Arabisch – die Märchen werden jeweils auch in Deutsch erzählt. Organisiert wird die Veranstaltungsreihe von zahlreichen Pankower Migrant*innenorganisationen unter dem Dach von Tandem Projekt MIGRAPOWER, MeM e.V. & VIA e.V., die sich gemeinsam mit den Stadtbibliotheken für die Stärkung der Mehrsprachigkeit einsetzen.

Die Lesungen sind kostenlos und dauern ca. 45 Min. Der Eintritt ist frei.

Termine:

DO 08.11 16:30 Uhr Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek POLNISCH
DO 08.11 16:30 Uhr Bettina-von-Arnim-Bibliothek HEBRÄISCH
FR 09.11 16:00 Uhr Stadtteilbibliothek Buch ARABISCH
MO 12.11 16:00 Uhr Stadtteilbibliothek Karow, ARABISCH
MO 12.11. 16:00 Uhr Bettina-von-Arnim-Bibliothek FRANZÖSISCH
DI 13.11. 16:30 Uhr Kurt-Tucholsky-Bibliothek ITALIENISCH
MI 14.11. 16:30 Uhr Bettina-von-Arnim-Bibliothek ITALIENISCH
DO 15.11. 16:30 Uhr Bibliothek am Wasserturm SPANISCH
FR 16.11. 16:30 Uhr Heinrich-Böll-Bibliothek DARI
MO 19.11. 16:00 Uhr Janusz-Korczak-Bibliothek KOREANISCH
MO 19.11. 16:30 Uhr Janusz-Korczak-Bibliothek CHINESISCH
DI 20.11. 16:30 Uhr Bettina-von-Arnim-Bibliothek PORTUGIESISCH
MI 21.11. 16:30 Uhr Janusz-Korczak-Bibliothek POLNISCH
DO 22.11. 16:30 Uhr Bibliothek am Wasserturm RUSSISCH
DO 22.11. 16:30 Uhr Stadtteilbibliothek Karow, DARI
FR 23.11. 16:30 Uhr Bettina-von-Arnim-Bibliothek QUECHUA

Quelle


2. Netzwerktreffen asiatischer Senior*innen

Netzwerktreffen im Rahmen der Studie „Versorgung von Pflegebedürftigen mit asiatischem Migrationshintergrund“

Im Rahmen der angewandten Studie „Versorgung von Pflegebedürftigen mit asiatischem Migrationshintergrund“ wurden im Oktober 2018 zwei Gruppendiskussionen stattgefunden. In der Räumlichkeit von Kom-zen (Kompetenz Zentrum Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe) haben sich Vertreter*innen von asiatischen Herkunftsländern zusammengesetzt, um Besonderheiten und Herausforderungen hinsichtlich der Altenhilfe entsprechender Migrantengruppen herauszuarbeiten. Es moderierte Dr. Min-Sung Kim (GePGeMi e.V., Erster Vorsitzender).

 

Gruppendiskussion mit Expert*innen im Bereich der Pflege von Menschen mit asiatischem Migrationshintergrund am 05.10.2018

 

Nach der Begrüßung von Dr. Min-Sun Kim und einer Vorstellungsrunde der Teilnehmenden berichteten Vertreter*innen bzw. Expert*innen über ihre Erfahrung mit der Altenhilfe asiatisch stämmiger Migrant*innen (aus den Organisationen von japanischer Fraueninitiative, Dongbanja (HVD), Vereinigung der Vietnamesen in Berlin und Brandenburg e.V. und thailändischer Gruppe) in Berlin. Sie gaben einen umfangreichen Überblick über Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert worden sind. Dabei wurden wichtige Aspekte genannt, z.B. sprachliche Barrieren, Informationsmangel über das Pflegesystem und schwer überbrückbare Kulturunterschiede zwischen der 1. und 2. Generation etc.

 

Da Migrant*innen mit asiatischem Hintergrund ab 60 Jahren nur einen kleinen Anteil an der deutschen Bevölkerung haben (0,5%), besteht ein großes Interesse an einer engeren Zusammenarbeit zwischen den asiatischen Migrantengruppen, um passgenaue Versorgungs- und Unterstützungsangebote für sie entwickeln zu können. 

 

Gruppendiskussion mit potenziellen Pflegebedürftigen mit asiatischem Migrationshintergrund am 10.10.2018

 

Heute haben die Zuwanderer*innen mit asiatischem Migrationshintergrund das Rentenalter erreicht, die aus verschiedenen asiatischen Ländern als Gastarbeiter, Geflüchtete oder aus anderen persönlichen Gründen in den 1960er oder 1970er Jahren in Deutschland einreisten. Die potenziellen Pflegebedürftigen aus drei Herkunftsländern (Korea, Thailand und Vietnam) haben über ihre Bedürfnisse hinsichtlich der Altenhilfe gesprochen.

 

Als Einstieg in das Thema zeigte Dr. Min-Sung Kim einen kurzen Film, “Das Herz vergisst nicht“, der von der familiären Versorgung türkischstämmiger Pflegebedürftiger handelt. Den Großteil der Teilnehmenden schien der Film nahezugehen. Eine Zukunftsplanung sei bei ihnen notwendig, weil sie die Pflege von ihren erwachsenen Kindern nicht zu erwarten sei, da sie die Eltern nicht selber pflegen können bzw. wollen. Angesichts vieler kultureller Gemeinsamkeiten äußerten die Teilnehmenden den Wunsch, zukünftig mit anderen Pflegebedürftigen aus ähnlichen Kulturräumen zusammenzuwohnen.

 

Anschließend wurde ein standardisiertes Gruppeninterview zu ihren Bedürfnissen in Bezug auf die Pflege durchgeführt. Danach diskutierten die Teilnehmenden über ihre Auswahlkriterien einer Beratungsstelle. Von allen Kriterien trat die Freundlichkeit am häufigsten auf. Der Grund dafür liege an der vergangenen Erfahrung mit der Unfreundlichkeit bei deutschen Behörden, die eine ausreichende Informierung verhinderte, so berichteten die Teilnehmenden.

 

 

Die Gruppendiskussion hat einen wertvollen Beitrag dazu geleistet, Kenntnisse über die aktuelle Situation der Pflegebedürftigen und ihrer Bedürfnisse zu erweitern. Wir bedanken uns herzlich für das Engagement aller Teilnehmenden! 

 


Delegation aus Südkorea NHIS

Südkoreanische Delegation NHIS (국민건강보험공단) ist an Interkultureller Öffnung interessiert

 

Die südkoreanische Delegation der gesetzlichen Gesundheitsversicherung besuchte am Montag, den 10. September 2018, das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA), um sich über die Zusammenarbeit von staatlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Altenhilfe in Deutschland zu informieren. Es referierten Helmut Kneppe (KDA, Geschäftsführer), Klaus Dumeier (GKV-Spitzenverband, Referatsleiter Demographie und Pflege), Christof Rambke (kom•zen, Koordinator) und Dr. Min-Sung Kim (GePGeMi e.V., Erster Vorsitzender).

Die südkoreanische Delegation hatte einen straffen Zeitplan, da sie nur einen Tag in der Hauptstadt verweilte. In vier Stunden erhielten die Delegierten Inputs von verschiedenen Organisationen, die Ihnen einen kursorischen Überblick über die Struktur der Altenhilfe und Pflege in Deutschland und Berlin gaben. Ingeborg Germann vom KDA organisierte den Besuch und moderierte die Veranstaltung.

Nach der herzlichen Begrüßung des Geschäftsführers des KDA, Helmut Kneppe, und einer Vorstellungsrunde hielt er einen einführenden Vortrag über die Geschichte, Struktur und Aufgaben des KDA.

 

Im Anschluss referierte Klaus Dumeier vom GKV-Spitzenverband über das Sozialversicherungssystem in Deutschland und insbesondere die Pflegeversicherung. Er gab einen Überblick über die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland, die mit derjenigen in Südkorea vergleichbar ist, weshalb sich ein gegenseitiger Erfahrungsaustausch für beide Länder als fruchtbar erweisen könnte.

 

Christof Rambke vom kom•zen berichtete über die interkulturelle Öffnung der Altenhilfe in Berlin und die Einbindung des kom•zen in die Altenhilfestruktur. Der Anteil der Migranten an der südkoreanischen Bevölkerung kann gegenüber der in Deutschland zwar als marginal bezeichnet werden, dennoch ist die Zahl durch Arbeits- und Heiratsmigration stark ansteigend, wodurch das Interesse der Delegation an dem Vortrag groß war. Zahlreiche Fragen bekundeten das Interesse und die Absicht, von den Erfahrungen in Deutschland zu lernen.

 

Abschließend berichtete Dr. Min-Sung Kim, erster Vorsitzender der Gesellschaft für psychosoziale Gesundheitsförderung bei Migrant/-innen in Berlin e.V. (GePGeMi e.V.), über die Arbeit seiner Organisation und insbesondere über die Studie „Liebe (asiatische) Senior‘*innen, wie geht’s Ihnen heute?“, die erste Studie über gesundheitsbezogenen Lebensqualität und Altersbilder ostasiatischer Migrant*innen in Berlin.

 

Als weitere Gäste nahmen Jieun Park und Askold Hitzler (GePGeMi e.V.) sowie In-Sun Kim, Gründerin des interkulturellen ambulanten Hospizdienstes Dong ban ja, und An Chajo, eine ehemalige Krankenschwester und Mitglied einer koreanischen Frauengruppe, an der Veranstaltung teil.

 

geschrieben von Christof Rambke (KomZen) am 10.09.2018


Einladung zu Infoveranstaltung!


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Neue Studie

Neue Studie:

Versorgung von Pflegebedürftigen mit asiatischem Migrationshintergrund in Berlin

 

Zu weiterer Information klicken Sie hier!   


Das erste Netzwerktreffen am 27. Juni 2018

 

Das erste Netzwerktreffen am 27. Juni 2018

zum Thema „Seniorenpolitik und politische Teilhabe“

 

Obwohl zum Zeitpunkt des Netzwerktreffens die Übertragung der Fußballweltmeisterschaft mit dem Spiel Deutschland gegen Süd-Korea übertragen wurde, waren 17 Teilnehmer*innen zum Netzwerktreffen im Konferenzraum vom House of Resources dabei! Herzlichen Dank noch mal für alle Ihre Teilnehme!! 

 

Weitere Info. klicken Sie hier!

 


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Verbreitung von Hornbachs Werbespot endlich eingestellt

Aufgrund der massiven Beschwerden, auch beim Deutschen Werberat, hat die Firma Hornbach ab heute (15. April 2019) die Aussendung des diskriminierenden Werbespots gegen Asiatinnen in Fernsehen und Kino und ebenso über soziale Medien wie YouTube und Instagram etc. in Deutschland eingestellt. In anderen Ländern wie Österreich, der Schweiz und den Niederlanden ist der Werbespot von Hornbach allerdings noch verfügbar.

  

Im Folgenden ist die offizielle Mitteilung von Deutscher Werberat als PDF:


Beschwerde über Werbung von Hornbach beim Deutschen Werberat

Da die Firma Hornbach sich weiterhin weigert, die Aussendung des Werbeclips einzustellen, hat GepGeMi folgende Beschwerde beim Deutschen Werberat eingereicht:

 

Ältere Männer machen schwere Gartenarbeit, ziehen danach ihre Kleidung aus und lassen die verschwitzte Unterwäsche in Folie einschweißen. In einer vermeintlich ostasiatischen Stadt zieht eine junge asiatische Frau aus einem neben einem Imbiss stehenden Automaten, eine dieser Tüten, und riecht an einem Unterhemd der alten Männer und verdreht angeblich beglückt die Augen. Diese Werbung verbreitet Vorurteile und Klischees über eine angebliche Sexkultur, die es nur in Nischen in Japan gibt. Da die Frau auf der Straße so dargestellt wird, als ob sie mitten in der Öffentlichkeit einen Höhepunkt erlebe, ist diese Werbung Frauen gegenüber abwertend. Da die Männer ihre schmutzige Unterwäsche nach Ostasien schicken, wo sie zu Geld gemacht wird, reproduziert die Werbung von Hornbach ein Bild von Überlegenheit über Ostasiaten, die rassistisch ist.

Es wurden bereits 15.000 Unterschriften gegen die Aussendung dieses Werbeclips gesammelt, doch Hornbach ignoriert die Beschwerden. Diese herabsetzende und beleidigende Werbung muss ab sofort von den Fernsehkanälen und YouTube entfernt werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Min-Sung Kim * Askold Hitzler (Vorstand von GepGeMi e.V.)


Werbung mit asiatischer Frau bei Hornbach – ziemlich unangemessen

In einem Werbespot zeigt der Baumarkt Hornbach, wie schwitzende ältere Männer nach der Gartenarbeit ihre Unterwäsche in einer Tüte verschließen lassen und diese in einer grauen Stadt von einer ostasiatischen Frau aus einem Automaten gekauft wird. Beim Riechen an der Unterwäsche verdreht sie ekstatisch die Augen, als wenn sie sexuell befriedigt werde.

 

Ist das Humor oder Rassismus? Oder lediglich sexistische Werbung? Es ist alles zusammen. Die Beschwerden, vor allem von süd-koreanischen Frauen, die eine Online-Petition zur Entfernung des Videos initiiert haben, werden nach Selbstaussage von Hornbach „ernst genommen“ und das Unternehmen schlägt einen Dialog und ein Treffen mit den ‚Betroffenen‘ vor, um „die Hintergründe für mögliche Verletzungen zu erfahren“.

 

Die Werbung – ein Witz?

Warum aber wird die Werbung im Fernsehen und auf YouTube durch Hornbach weiter verbreitet, wenn das Unternehmen „jegliche Form von Diskriminierung oder gar Rassismus scharf ablehnt“? Die Wahrnehmung von Hornbach ist offenbar, dass es sich um ein „Missverständnis“ handele, das zu „Unmut“ geführt habe.  Sind asiatische Frauen nicht in der Lage, einen ‚Witz‘ zu verstehen, bei dem doch nur der gesunde Garten der kranken, grauen Großstadt gegenübergestellt wird? Geht es nur um den Frühling und wie er riecht?

 

Wenn die Reaktion lediglich um die eigene Wahrnehmung von Hornbach kreist, kann die Suche nach einem „direkten Dialog“ nicht ernst gemeint sein.

  1. Rassismus: Als Deutscher oder Weißer sollte man sich bewusst sein, dass ein Witz über Menschen, die nicht ‚deutsch‘ oder ‚weiß‘ aussehen, nicht lustig sein kann! Wer einen Witz aufgrund äußerlicher Merkmale macht, findet sich lediglich selber lustig. Wenn der oder die andere nicht mitlachen kann, ist es kein Witz mehr, sondern Diskriminierung.
  2. Sexismus: Als Mann sollte man sich ebenso bewusst sein, dass die Realität Ungleichheiten hat, bei denen Frauen aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert, belästigt oder ihnen gar Gewalt angetan wird – und zwar aufgrund der Tatsache, dass sie Frauen sind. Wenn eine Frau sagt, sie möchte, dass der Mann mit ihr anders spricht und er ihre Forderung als ‚Missverständnis‘ abtut und sein Verhalten nicht zu ändern bereit ist, dann beharrt der Mann auf dem ‚Recht des Stärkeren‘.

 

Die Wahrnehmung

Es ist eine Tatsache, dass Asiaten in Deutschland aufgrund Ihres Äußeren häufig belästigt werden. Bei asiatischen Frauen kommt noch die sexuelle Belästigung hinzu. Natürlich belästigt nicht die Mehrheit der Deutschen Asiatinnen. Aber der Werbespot und die Reaktion auf die Empörung spiegelt ein weit verbreitetes Wahrnehmungsbild in Deutschland wider. Hier wird Diskriminierung gegen Asiat*innen nicht wahrgenommen. Asiat*innen gelten als freundlich und zurückhaltend. Daher ist ein Protest in solch einer Wahrnehmung nicht möglich. Es kann sich nur um ein Missverständnis handeln, das man schnell aus dem Weg räumt, indem man den Asiat*innen erklärt, dass man ja kein Rassist sei. Der Vorwurf des Sexismus scheint so absurd, dass man ihn gar nicht zu thematisieren braucht. Wie soll dabei ein „Dialog in Augenhöhe“ stattfinden?

  

Die Zielgruppe

Wen will Hornbach mit der Werbung erreichen? Baumärkte wie Hornbach generieren einen Großteil ihres Jahresumsatzes im Frühling mit dem Verkauf von Produkten für den Garten. In dem Werbespot ist eindeutig die Zielgruppe nicht asiatische Frauen, sondern ‚deutsche‘ Männer ab 50, die genügend Freizeit und Geld für ihren Garten haben. Der Mehrheit der Männer über 50 ist bewusst, dass sie nicht mehr so attraktiv wie mit 20 oder 30 Jahren sind. Doch eine junge, mausgraue Asiatin kann man schon mit seinem Testosterongestank überzeugen. Sex sells, egal ob in der Gartenabteilung bei Hornbach oder in einer Tüte aus einem Automaten neben einem Straßenimbiss.

 

Was würden wir als Deutsche sagen, wenn … ?

Als Deutscher frage ich mich auch, wie es denn für mich wäre, im Fernsehen eines ostasiatischen Landes zu sehen, wie deutsche Frauen gebrauchte Unterwäsche asiatischer Männer inhalieren. Dazu der Spruch, „So riecht technischer Fortschritt!“ Wäre ich dazu noch eine Frau, der auf der Straße von asiatischen Männern aufgrund meiner Hautfarbe unterstellt würde, ich hätte das Bedürfnis, mit jedem das Bett zu teilen, nur weil er Asiate und Mann sei – ja, wie würde ich mich wohl nach solch einem Werbespot fühlen?

 

Das „Missverständnis“

Ich möchte den Machern des Werbespots unterstellen, dass sie genau wussten, was sie tun. Der Sprecher von Hornbach, Florian Preuß, ließ verlauten, dass Hornbach den Ärger „weder bezweckt noch einkalkuliert“ hätte. Bei einer anderen Migrantengruppe hätte sich Hornbach solch eine Provokation nicht erlaubt, will ich behaupten. Die Idee eines solchen Werbespots mit einer Araberin oder Schwarzen wäre schon in den Anfängen verworfen worden. Doch aufgrund des Bildes, das in Deutschland von Asiaten herrscht, wage ich zu bezweifeln, dass mit einem Widerstand seitens der asiatischen Communities gerechnet wurde. Dass der Werbespot auch Wellen bis ins ostasiatische Ausland schlägt, übersteigt offenbar die Vorstellungskraft dieser deutschen Handelskette.

Wer darf von einem „Missverständnis“ sprechen? Wenn behauptet wird, diejenigen, die angegriffen wurden, hätten den Angriff als Angriff missverstanden -  und nicht als wohlmeinenden Akt, dann handelt es sich hierbei um Täterrhetorik. Wer sonst, als die Person, die sich angegriffen fühlt, darf im Nachhinein von einem Missverständnis sprechen?

 

Ein Dialog?

Der Werbespot verbreitet nicht nur ein vollkommen absurdes Bild von Asiatinnen, die den Dreck der 'weißen Rasse' mit Freude absorbieren, sondern die Reaktion auf die Kritik zeigt eine Haltung, dass wir Deutschen immer im Recht seien und die anderen es einfach nicht verstehen wollten. Es ist die Haltung derer, die glauben, dass Rassismus und Sexismus eine Meinung seien und keine gewalttätige Handlung. Solange diese sogenannte ‚Meinung‘ über das Fernsehen und Medien wie YouTube weiter verbreitet wird, kann kein Dialog auf Augenhöhe stattfinden. - Oder wollen Sie mit jemandem eine Unterhaltung führen, der Sie fortwährend schlägt?

 

Askold Hitzler 

Vorstandsmitglied GePGeMi e.V.

E-Mail: askold.hitzler@gemi-berlin.de 

 


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Märchen erzählt...in deiner Sprache

Pankower Bilinguale Märchentage vom 08. Bis 23. November 2018

Ob in Spanisch, Italienisch, Englisch, Polnisch, Russisch, Portugiesisch, Koreanisch, Chinesisch, Mazedonisch, Französisch, Armenisch oder Arabisch – die Märchen werden jeweils auch in Deutsch erzählt. Organisiert wird die Veranstaltungsreihe von zahlreichen Pankower Migrant*innenorganisationen unter dem Dach von Tandem Projekt MIGRAPOWER, MeM e.V. & VIA e.V., die sich gemeinsam mit den Stadtbibliotheken für die Stärkung der Mehrsprachigkeit einsetzen.

Die Lesungen sind kostenlos und dauern ca. 45 Min. Der Eintritt ist frei.

Termine:

DO 08.11 16:30 Uhr Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek POLNISCH
DO 08.11 16:30 Uhr Bettina-von-Arnim-Bibliothek HEBRÄISCH
FR 09.11 16:00 Uhr Stadtteilbibliothek Buch ARABISCH
MO 12.11 16:00 Uhr Stadtteilbibliothek Karow, ARABISCH
MO 12.11. 16:00 Uhr Bettina-von-Arnim-Bibliothek FRANZÖSISCH
DI 13.11. 16:30 Uhr Kurt-Tucholsky-Bibliothek ITALIENISCH
MI 14.11. 16:30 Uhr Bettina-von-Arnim-Bibliothek ITALIENISCH
DO 15.11. 16:30 Uhr Bibliothek am Wasserturm SPANISCH
FR 16.11. 16:30 Uhr Heinrich-Böll-Bibliothek DARI
MO 19.11. 16:00 Uhr Janusz-Korczak-Bibliothek KOREANISCH
MO 19.11. 16:30 Uhr Janusz-Korczak-Bibliothek CHINESISCH
DI 20.11. 16:30 Uhr Bettina-von-Arnim-Bibliothek PORTUGIESISCH
MI 21.11. 16:30 Uhr Janusz-Korczak-Bibliothek POLNISCH
DO 22.11. 16:30 Uhr Bibliothek am Wasserturm RUSSISCH
DO 22.11. 16:30 Uhr Stadtteilbibliothek Karow, DARI
FR 23.11. 16:30 Uhr Bettina-von-Arnim-Bibliothek QUECHUA

Quelle


2. Netzwerktreffen asiatischer Senior*innen

Netzwerktreffen im Rahmen der Studie „Versorgung von Pflegebedürftigen mit asiatischem Migrationshintergrund“

Im Rahmen der angewandten Studie „Versorgung von Pflegebedürftigen mit asiatischem Migrationshintergrund“ wurden im Oktober 2018 zwei Gruppendiskussionen stattgefunden. In der Räumlichkeit von Kom-zen (Kompetenz Zentrum Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe) haben sich Vertreter*innen von asiatischen Herkunftsländern zusammengesetzt, um Besonderheiten und Herausforderungen hinsichtlich der Altenhilfe entsprechender Migrantengruppen herauszuarbeiten. Es moderierte Dr. Min-Sung Kim (GePGeMi e.V., Erster Vorsitzender).

 

Gruppendiskussion mit Expert*innen im Bereich der Pflege von Menschen mit asiatischem Migrationshintergrund am 05.10.2018

 

Nach der Begrüßung von Dr. Min-Sun Kim und einer Vorstellungsrunde der Teilnehmenden berichteten Vertreter*innen bzw. Expert*innen über ihre Erfahrung mit der Altenhilfe asiatisch stämmiger Migrant*innen (aus den Organisationen von japanischer Fraueninitiative, Dongbanja (HVD), Vereinigung der Vietnamesen in Berlin und Brandenburg e.V. und thailändischer Gruppe) in Berlin. Sie gaben einen umfangreichen Überblick über Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert worden sind. Dabei wurden wichtige Aspekte genannt, z.B. sprachliche Barrieren, Informationsmangel über das Pflegesystem und schwer überbrückbare Kulturunterschiede zwischen der 1. und 2. Generation etc.

 

Da Migrant*innen mit asiatischem Hintergrund ab 60 Jahren nur einen kleinen Anteil an der deutschen Bevölkerung haben (0,5%), besteht ein großes Interesse an einer engeren Zusammenarbeit zwischen den asiatischen Migrantengruppen, um passgenaue Versorgungs- und Unterstützungsangebote für sie entwickeln zu können. 

 

Gruppendiskussion mit potenziellen Pflegebedürftigen mit asiatischem Migrationshintergrund am 10.10.2018

 

Heute haben die Zuwanderer*innen mit asiatischem Migrationshintergrund das Rentenalter erreicht, die aus verschiedenen asiatischen Ländern als Gastarbeiter, Geflüchtete oder aus anderen persönlichen Gründen in den 1960er oder 1970er Jahren in Deutschland einreisten. Die potenziellen Pflegebedürftigen aus drei Herkunftsländern (Korea, Thailand und Vietnam) haben über ihre Bedürfnisse hinsichtlich der Altenhilfe gesprochen.

 

Als Einstieg in das Thema zeigte Dr. Min-Sung Kim einen kurzen Film, “Das Herz vergisst nicht“, der von der familiären Versorgung türkischstämmiger Pflegebedürftiger handelt. Den Großteil der Teilnehmenden schien der Film nahezugehen. Eine Zukunftsplanung sei bei ihnen notwendig, weil sie die Pflege von ihren erwachsenen Kindern nicht zu erwarten sei, da sie die Eltern nicht selber pflegen können bzw. wollen. Angesichts vieler kultureller Gemeinsamkeiten äußerten die Teilnehmenden den Wunsch, zukünftig mit anderen Pflegebedürftigen aus ähnlichen Kulturräumen zusammenzuwohnen.

 

Anschließend wurde ein standardisiertes Gruppeninterview zu ihren Bedürfnissen in Bezug auf die Pflege durchgeführt. Danach diskutierten die Teilnehmenden über ihre Auswahlkriterien einer Beratungsstelle. Von allen Kriterien trat die Freundlichkeit am häufigsten auf. Der Grund dafür liege an der vergangenen Erfahrung mit der Unfreundlichkeit bei deutschen Behörden, die eine ausreichende Informierung verhinderte, so berichteten die Teilnehmenden.

 

 

Die Gruppendiskussion hat einen wertvollen Beitrag dazu geleistet, Kenntnisse über die aktuelle Situation der Pflegebedürftigen und ihrer Bedürfnisse zu erweitern. Wir bedanken uns herzlich für das Engagement aller Teilnehmenden! 

 


Delegation aus Südkorea NHIS

Südkoreanische Delegation NHIS (국민건강보험공단) ist an Interkultureller Öffnung interessiert

 

Die südkoreanische Delegation der gesetzlichen Gesundheitsversicherung besuchte am Montag, den 10. September 2018, das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA), um sich über die Zusammenarbeit von staatlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Altenhilfe in Deutschland zu informieren. Es referierten Helmut Kneppe (KDA, Geschäftsführer), Klaus Dumeier (GKV-Spitzenverband, Referatsleiter Demographie und Pflege), Christof Rambke (kom•zen, Koordinator) und Dr. Min-Sung Kim (GePGeMi e.V., Erster Vorsitzender).

Die südkoreanische Delegation hatte einen straffen Zeitplan, da sie nur einen Tag in der Hauptstadt verweilte. In vier Stunden erhielten die Delegierten Inputs von verschiedenen Organisationen, die Ihnen einen kursorischen Überblick über die Struktur der Altenhilfe und Pflege in Deutschland und Berlin gaben. Ingeborg Germann vom KDA organisierte den Besuch und moderierte die Veranstaltung.

Nach der herzlichen Begrüßung des Geschäftsführers des KDA, Helmut Kneppe, und einer Vorstellungsrunde hielt er einen einführenden Vortrag über die Geschichte, Struktur und Aufgaben des KDA.

 

Im Anschluss referierte Klaus Dumeier vom GKV-Spitzenverband über das Sozialversicherungssystem in Deutschland und insbesondere die Pflegeversicherung. Er gab einen Überblick über die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland, die mit derjenigen in Südkorea vergleichbar ist, weshalb sich ein gegenseitiger Erfahrungsaustausch für beide Länder als fruchtbar erweisen könnte.

 

Christof Rambke vom kom•zen berichtete über die interkulturelle Öffnung der Altenhilfe in Berlin und die Einbindung des kom•zen in die Altenhilfestruktur. Der Anteil der Migranten an der südkoreanischen Bevölkerung kann gegenüber der in Deutschland zwar als marginal bezeichnet werden, dennoch ist die Zahl durch Arbeits- und Heiratsmigration stark ansteigend, wodurch das Interesse der Delegation an dem Vortrag groß war. Zahlreiche Fragen bekundeten das Interesse und die Absicht, von den Erfahrungen in Deutschland zu lernen.

 

Abschließend berichtete Dr. Min-Sung Kim, erster Vorsitzender der Gesellschaft für psychosoziale Gesundheitsförderung bei Migrant/-innen in Berlin e.V. (GePGeMi e.V.), über die Arbeit seiner Organisation und insbesondere über die Studie „Liebe (asiatische) Senior‘*innen, wie geht’s Ihnen heute?“, die erste Studie über gesundheitsbezogenen Lebensqualität und Altersbilder ostasiatischer Migrant*innen in Berlin.

 

Als weitere Gäste nahmen Jieun Park und Askold Hitzler (GePGeMi e.V.) sowie In-Sun Kim, Gründerin des interkulturellen ambulanten Hospizdienstes Dong ban ja, und An Chajo, eine ehemalige Krankenschwester und Mitglied einer koreanischen Frauengruppe, an der Veranstaltung teil.

 

geschrieben von Christof Rambke (KomZen) am 10.09.2018


Einladung zu Infoveranstaltung!


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Neue Studie

Neue Studie:

Versorgung von Pflegebedürftigen mit asiatischem Migrationshintergrund in Berlin

 

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Das erste Netzwerktreffen am 27. Juni 2018

 

Das erste Netzwerktreffen am 27. Juni 2018

zum Thema „Seniorenpolitik und politische Teilhabe“

 

Obwohl zum Zeitpunkt des Netzwerktreffens die Übertragung der Fußballweltmeisterschaft mit dem Spiel Deutschland gegen Süd-Korea übertragen wurde, waren 17 Teilnehmer*innen zum Netzwerktreffen im Konferenzraum vom House of Resources dabei! Herzlichen Dank noch mal für alle Ihre Teilnehme!! 

 

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