Liebe (asiatische) Senior*innen, wir bleiben weiter im Kontakt!

Am 24. März 2018, Infotreffen zum Netzwerk asiatischer Senior*innen

 

Warum?

Liebe (asiatische) Seniorinnen und Senioren, liebe (asiatische) alt werdende Migrantinnen und Migranten,

 

Wir möchten den beim Fachtag am 01.12.2017 geäußerten Wunsch, uns weiter in Netzwerk bleiben zu wollen, auf alle Fälle in Erfüllung bringen! Gemeinsam sind wir stark!

 

Was?

Daher wollen wir ein gemeinsames Treffen organisieren. Ziel des Treffens liegt daran, uns über bestimmte altersrelevante Themen zu informieren, miteinander auszutauschen und zu diskutieren. Nach mehrmaligen Treffen wollen wir einen gemeinsamen weiteren Fachtag veranstalten, um die Gesellschaft auf die Bedürfnisse und Wünsche asiatischer Seniorinnen und Senioren aufmerksam zu machen.      

 

Für wen?

Das Netzwerk-Treffen ist für interessierte Senior*innen und alt werdende Migrant*innen aus asiatischer Kultur sowie weitere Interessierte ganz offen. Melden Sie sich bitte bei uns ohne Zögern an, wenn Sie auch dabei sein möchten!

 



4. Netzwerktreffen

Zur besseren Teilhabe der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung am 16.11.2019 (Initiative Arbeitsgruppen der alt werdenden und älteren asiatischen Migrant*innen für eine gerechte Teilhabe)

Am 16.11.2019 fand das vierte Netzwerktreffen im House of Ressources (Marchliewskistr. 27, 10243 Berlin) statt.  

 

In dem Vortrag von Veronika Vahrenhorst wurden die Strukturen und Teilhabemöglichkeiten und die Unterstützung bei der Pflege durch Pflegestützpunkte dargelegt. Dabei merkte Frau Vahrenhorst an, dass der Begriff „Pflegestützpunkt“ rechtlich nicht geschützt ist und auch von gewinnorientierten Organisation verwendet werden kann. Daher gab Frau Vahrenhorst einen Überblick über die Pflegestützpunkte in Berlin, die vom Senat gefördert werden und von denen sich in jedem Berliner Bezirk jeweils einer befindet. Außerdem stellte sie Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung je nach Pflegestufe vor.

 

Zum Schluss bot Frau Vahrenhorst an, sich ein weiteres Mal für einen Vortrag zu einem für ein künftiges Netzwerktreffen zur Verfügung zu stellen, was große Zustimmung fand.

 

Frau Ji-Eun Park stellte als Projektkoordinatorin von GePGeMi e.V. das von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales geförderte Projekt vor, bei dem es um die politische Teilhabe älterer Menschen mit Migrationshintergrund geht. Das Projekt dauert eineinhalb Jahre und ist in zwei Teile gegliedert.

Der erste Teil, Werkstatt I, schult die Teilnehmenden und verbessert den Informationsstand zu politischen Teilhabemöglichkeiten bei (älteren) Migrant*innen. Diese Informationen sollen in die Communities weitergegeben werden und weitere Teilnehmer*innen für die Werkstatt II sollen dort geworben werden.

Im zweiten Teil, Werkstatt II,  sollen Kompetenzen gestärkt und die politische Partizipation unterstützt werden. Themen sind dabei politische Gremien- und Lobbyarbeit, aber auch Öffentlichkeitsarbeit. Eigene Anliegen sollen in politischer Sprache formuliert werden können und eigene Themen sollen gefunden werden. Dabei werden je nach Interessenschwerpunkt unterschiedliche Arbeitsgruppen gebildet, die z.B. Parteipolitiker, Mitglieder in Gremien wie von der Seniorenvertretung oder dem Integrationsbeirat eingeladen werden. Das Projekt beginnt offiziell im Juli 2020 und endet im Dezember 2021.

Die Teilnehmer*innen teilten sich in zwei Gruppen, besprachen die Inhalte des jeweiligen World-Cafés und wechselten dann zum anderen World-Café, sodass beide Gruppen beide Themen bearbeiten konnten. Es gab jeweils eine/n Gruppenleiter*in.

 

 

Gruppe I im Worl-Café: Die Gruppe wurde von Wichian Thongmook geleitet, bei der es um den Bedarf an Informationen und die Verbreitung in den eigenen Communities geht. Alle Teilnehmer*innen aus Japan, Korea, Thailand und Vietnam sahen einen Bedarf an Infomaterial für die eigenen Communities zu den Themen

 

-   Kindererziehung / Handbuch für Eltern

-   Info-Poster mit Nummern und Adressen im Notfall (z.B. Feuerwehr, Polizei, Kindernotdienst, Ärztlicher Notdienst, Mönch / Priester / Pfarrer oder andere Ansprechpartner aus der eigenen Community usw.

 

In der japanischen Community wären diese Informationen auch online erreichbar. Außerdem kam die Idee eines Brückenbauer-Cafés auf, einem Ort, wo es regelmäßige Beratungen zu diversen Themen gibt.

 

 

Gruppe II im World-Café: Die Gruppe wurde von Jieun Park geleitet, bei der es um politische Teilhabe geht. Themen bzw. Forderungen für die politische Teilhabe sind u.a. Altersbeschränkung bei Ausweisungen und Aufklärung über die Gefahren einer Abschiebung, Wohnformen im Alter. Die Idee eines Senioren-Cafés mit festem Standort für Asiat*innen wurde angeregt, um sich mit einander austauschen zu können.


3. Netzwerktreffen

Zur besseren Teilhabe der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung am 22.06.2019

Am 22. 06. 2019 fand das dritte Netzwerktreffen im Seminarraum vom humanistischen Verband (HVD) in der Brückenstraße 5A in Berlin Mitte statt. Die Teilnehmenden waren Senior*innen und werdende Senior*innen mit Migrationshintergrund aus Indien, Korea, Thailand und Vietnam. 

Zuerst wurden einige relevante Ergebnisse der Studie „Versorgung von Pflegebedürftigen mit asiatischem Migrationshintergrund“ durch den Vortrag von Dr. Min-Sung Kim vorgestellt. Und danach stellte Frau Ji-Eun Park als Koordinatorin des Interkulturellen Hospizdienstes Dong Ban Ja das Konzept von ‚Palliative Care‘ vor.

 

Bei dem dritten Netzwerktreffen stand die Diskussion über die Zukunft des Netzwerktreffens mit der Frage „Was können wir gemeinsam erreichen?“ im Mittelpunkt. Dabei waren die Teilnehmenden bei der Ideensammlung sehr aktiv und bildeten zwei Gruppen: Eine Gruppe hat Interesse an der politischen Teilhabe, also in einer Senior*innen-Vertretung oder in einem Integrationsbeirat. Die andere Gruppe möchte ein Informationstreffen organisieren, bei dem ein Austausch ihrer eigenen Expertise als Betroffene mit Experten aus Pflege, Beratung und Verwaltung stattfinden soll. Anschließend wollen die Vertreter ihrer Organisationen bzw. Vereine die Informationen in ihre Communities weitergeben. Leitfragen dabei waren a) für wen, b) was, c) wie und d) (bis) wann etwas getan werden soll.

 

 

Die Gruppe ‚Politische Teilhabe‘ stellte einige dringend zu lösende Probleme innerhalb ihrer Communities dar wie z.B. ältere Pflegebedürftige mit unklarem Aufenthaltsstatus, wenn z.B. der deutsche Ehemann verstorben ist. Zunächst sollen individuelle Netzwerke aufgebaut und Vertreter*innen gewählt werden, die die Interessen der älteren asiatischen Migrant*innen vertreten können.

 

Die Gruppe ‚Informationsveranstaltung / Eigeninitiative‘ definierte asiatische Migrant*innen im Alter und Migrant*innen ab 40 Jahren als ihre Zielgruppe. Es soll als Erstes für einen Tag ein Seminar stattfinden, bei dem ein Austausch von Vertreter*innen aus den Communities mit Beratern, Experten aus dem Gesundheits- und Pflegebereich stattfinden soll. Als Zweites soll eine Informationsveranstaltung für alle Betroffenen aus den Communities bzw. Veranstaltungen innerhalb der Communities stattfinden, in denen die Ergebnisse aus der ersten Veranstaltung und Informationen zum Sozial- und Gesundheitssystem weiter gegeben werden sollen. Dafür sollen auch Broschüren in den heimatlichen Sprachen erstellt und übersetzt werden. Außerdem wurde angemerkt, dass die Kosten, wenn möglich vom Staat, von Stiftungen oder eventuell durch Spenden gedeckt werden sollen.

 

 

Am Ende teilten die Teilnehmer*innen innerhalb der Gruppen ihre Kontaktdaten, um sich außerhalb des Netzwerktreffens für das weitere Vorgehen in Arbeitsgruppen besprechen zu können. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen, die offen für weitere Interessent*innen sind, sollen im Oktober beim nächsten Netzwerktreffen vorgestellt werden.


2. Netzwerktreffen

im Rahmen der Studie „Versorgung von Pflegebedürftigen mit asiatischem Migrationshintergrund“

Im Rahmen der angewandten Studie „Versorgung von Pflegebedürftigen mit asiatischem Migrationshintergrund“ wurden im Oktober 2018 zwei Gruppendiskussionen stattgefunden. In der Räumlichkeit von Kom-zen (Kompetenz Zentrum Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe) haben sich Vertreter*innen von asiatischen Herkunftsländern zusammengesetzt, um Besonderheiten und Herausforderungen hinsichtlich der Altenhilfe entsprechender Migrantengruppen herauszuarbeiten. Es moderierte Dr. Min-Sung Kim (GePGeMi e.V., Erster Vorsitzender).

Gruppendiskussion mit Expert*innen im Bereich der Pflege von Menschen mit asiatischem Migrationshintergrund am 05.10.2018

 

Nach der Begrüßung von Dr. Min-Sun Kim und einer Vorstellungsrunde der Teilnehmenden berichteten Vertreter*innen bzw. Expert*innen über ihre Erfahrung mit der Altenhilfe asiatisch stämmiger Migrant*innen (aus den Organisationen von japanischer Fraueninitiative, Dongbanja (HVD), Vereinigung der Vietnamesen in Berlin und Brandenburg e.V. und thailändischer Gruppe) in Berlin. Sie gaben einen umfangreichen Überblick über Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert worden sind. Dabei wurden wichtige Aspekte genannt, z.B. sprachliche Barrieren, Informationsmangel über das Pflegesystem und schwer überbrückbare Kulturunterschiede zwischen der 1. und 2. Generation etc.

Da Migrant*innen mit asiatischem Hintergrund ab 60 Jahren nur einen kleinen Anteil an der deutschen Bevölkerung haben (0,5%), besteht ein großes Interesse an einer engeren Zusammenarbeit zwischen den asiatischen Migrantengruppen, um passgenaue Versorgungs- und Unterstützungsangebote für sie entwickeln zu können.

 

Gruppendiskussion mit potenziellen Pflegebedürftigen mit asiatischem Migrationshintergrund am 10.10.2018

 

Heute haben die Zuwanderer*innen mit asiatischem Migrationshintergrund das Rentenalter erreicht, die aus verschiedenen asiatischen Ländern als Gastarbeiter, Geflüchtete oder aus anderen persönlichen Gründen in den 1960er oder 1970er Jahren in Deutschland einreisten. Die potenziellen Pflegebedürftigen aus drei Herkunftsländern (Korea, Thailand und Vietnam) haben über ihre Bedürfnisse hinsichtlich der Altenhilfe gesprochen.

 

Als Einstieg in das Thema zeigte Dr. Min-Sung Kim einen kurzen Film, “Das Herz vergisst nicht“, der von der familiären Versorgung türkischstämmiger Pflegebedürftiger handelt. Den Großteil der Teilnehmenden schien der Film nahezugehen. Eine Zukunftsplanung sei bei ihnen notwendig, weil sie die Pflege von ihren erwachsenen Kindern nicht zu erwarten sei, da sie die Eltern nicht selber pflegen können bzw. wollen. Angesichts vieler kultureller Gemeinsamkeiten äußerten die Teilnehmenden den Wunsch, zukünftig mit anderen Pflegebedürftigen aus ähnlichen Kulturräumen zusammenzuwohnen.

 

Anschließend wurde ein standardisiertes Gruppeninterview zu ihren Bedürfnissen in Bezug auf die Pflege durchgeführt. Danach diskutierten die Teilnehmenden über ihre Auswahlkriterien einer Beratungsstelle. Von allen Kriterien trat die Freundlichkeit am häufigsten auf. Der Grund dafür liege an der vergangenen Erfahrung mit der Unfreundlichkeit bei deutschen Behörden, die eine ausreichende Informierung verhinderte, so berichteten die Teilnehmenden.

 

Die Gruppendiskussion hat einen wertvollen Beitrag dazu geleistet, Kenntnisse über die aktuelle Situation der Pflegebedürftigen und ihrer Bedürfnisse zu erweitern. Wir bedanken uns herzlich für das Engagement aller Teilnehmenden! 


Das erste Netzwerktreffen

zum Thema "Seniorenpolitik und politische Teilhabe" am 27 Juni 2018

Obwohl zum Zeitpunkt des Netzwerktreffens die Übertragung der Fußballweltmeisterschaft mit dem Spiel Deutschland gegen Süd-Korea übertragen wurde, waren 17 Teilnehmer*innen zum Netzwerktreffen im Konferenzraum vom House of Resources dabei! Herzlichen Dank noch mal für alle Ihre Teilnehme!! 

Bevor wir über das Thema diskutiert haben, gab es zwei Impulsvorträge: Christof Rambke vom KomZen (Kompetenz Zentrum Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe) stellte zuerst die Seniorenvertretung und die Arbeit vom KomZen mit einer Powerpoint-Präsentation vor, das für Migrant*innen in der Seniorenvertretung arbeitet. Er stellte die bezirklichen Seniorenvertretungen, 

die Landesseniorenvertretung und den Landesseniorenbeirat vor. Diese Institutionen sind Interessenvertretungen und Berater von Älteren an die Politik, ebenso Mittler zwischen Älteren und den Bezirksämtern und besonders bei Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. Gewählt werden können alle Personen über 60 Jahre, die in Berlin gemeldet sind – unabhängig von ihrer Nationalität. 

Danach erklärte Ali Markgraf (Mitglied im Migrations- und Integrationsbeirat Spandau) kurz die Arbeit des Migrations- und Integrationsbeirat Spandau.

 

Fast allen Teilnehmenden, die aus Südkorea, Thailand und Vietnam in den 1970ern nach Deutschland gekommen sind, war die Arbeit der Seniorenvertretung

unbekannt, wogegen die meisten schon von einem Migrations- und Integrationsbeirat gehört. Die Möglichkeit der politischen Teilhabe in der Seniorenpolitik war dabei allen Teilnehmenden auch unbekannt, da sie sich entweder noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt haben oder weil sie als (asiatische) Ausländer keine Möglichkeit sahen, ohne einen deutschen Pass in politischen Gremien mitarbeiten zu können. 

 

Einleitend haben wir über ein gutes Leben und Sorgen im Alter diskutiert und mit den folgenden Fragen beantwortet und miteinander Meinungen ausgetuscht:

  • Wenn Sie Politiker/in wären: Was würden Sie für asiatische Senior*innen machen bzw. ändern?
  • Können Sie sich vorstellen, bei der Seniorenvertretung aktiv zu sein?

Nach den Informationen über Seniorenpolitik und -vertretung hat ein großer Teil der Teilnehmenden doch große Interesse gezeigt, an einer Seniorenvertretung aktiv teilzunehmen. Es wurde aber auch Bedenken geäußert, wie z.B. Verständigungsprobleme und Angst vor Diskriminierung in der Seniorenvertretung. Außerdem wurde über die Anzahl von Thailändern, Vietnamesen und Koreanern diskutiert und in Erwägung gezogen, dass diese Gruppen zusammenarbeiten könnten!