Liebe (asiatische) Senior*innen, wir bleiben weiter im Kontakt!

Am 24. März 2018, Infotreffen zum Netzwerk asiatischer Senior*innen

 

Warum?

Liebe (asiatische) Seniorinnen und Senioren, liebe (asiatische) alt werdende Migrantinnen und Migranten,

 

Wir möchten den beim Fachtag am 01.12.2017 geäußerten Wunsch, uns weiter in Netzwerk bleiben zu wollen, auf alle Fälle in Erfüllung bringen! Gemeinsam sind wir stark!

 

Was?

Daher wollen wir ein gemeinsames Treffen organisieren. Ziel des Treffens liegt daran, uns über bestimmte altersrelevante Themen zu informieren, miteinander auszutauschen und zu diskutieren. Nach mehrmaligen Treffen wollen wir einen gemeinsamen weiteren Fachtag (Anfang 2019) veranstalten, um die Gesellschaft auf die Bedürfnisse und Wünsche asiatischer Seniorinnen und Senioren aufmerksam zu machen.      

 

Für wen?

Das Netzwerk-Treffen ist für interessierte Senior*innen und alt werdende Migrant*innen aus asiatischer Kultur sowie weitere Interessierte ganz offen. Melden Sie sich bitte bei uns ohne Zögern an, wenn Sie auch dabei sein möchten!

 


Das erste Netzwerktreffen

zum Thema "Seniorenpolitik und politische Teilhabe" am 27 Juni 2018

Obwohl zum Zeitpunkt des Netzwerktreffens die Übertragung der Fußballweltmeisterschaft mit dem Spiel Deutschland gegen Süd-Korea übertragen wurde, waren 17 Teilnehmer*innen zum Netzwerktreffen im Konferenzraum vom House of Resources dabei! Herzlichen Dank noch mal für alle Ihre Teilnehme!! 

Bevor wir über das Thema diskutiert haben, gab es zwei Impulsvorträge: Christof Rambke vom KomZen (Kompetenz Zentrum Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe) stellte zuerst die Seniorenvertretung und die Arbeit vom KomZen mit einer Powerpoint-Präsentation vor, das für Migrant*innen in der Seniorenvertretung arbeitet. Er stellte die bezirklichen Seniorenvertretungen, 

die Landesseniorenvertretung und den Landesseniorenbeirat vor. Diese Institutionen sind Interessenvertretungen und Berater von Älteren an die Politik, ebenso Mittler zwischen Älteren und den Bezirksämtern und besonders bei Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. Gewählt werden können alle Personen über 60 Jahre, die in Berlin gemeldet sind – unabhängig von ihrer Nationalität. 

Danach erklärte Ali Markgraf (Mitglied im Migrations- und Integrationsbeirat Spandau) kurz die Arbeit des Migrations- und Integrationsbeirat Spandau.

 

Fast allen Teilnehmenden, die aus Südkorea, Thailand und Vietnam in den 1970ern nach Deutschland gekommen sind, war die Arbeit der Seniorenvertretung

unbekannt, wogegen die meisten schon von einem Migrations- und Integrationsbeirat gehört. Die Möglichkeit der politischen Teilhabe in der Seniorenpolitik war dabei allen Teilnehmenden auch unbekannt, da sie sich entweder noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt haben oder weil sie als (asiatische) Ausländer keine Möglichkeit sahen, ohne einen deutschen Pass in politischen Gremien mitarbeiten zu können. 

 

Einleitend haben wir über ein gutes Leben und Sorgen im Alter diskutiert und mit den folgenden Fragen beantwortet und miteinander Meinungen ausgetuscht:

  • Wenn Sie Politiker/in wären: Was würden Sie für asiatische Senior*innen machen bzw. ändern?
  • Können Sie sich vorstellen, bei der Seniorenvertretung aktiv zu sein?

Nach den Informationen über Seniorenpolitik und -vertretung hat ein großer Teil der Teilnehmenden doch große Interesse gezeigt, an einer Seniorenvertretung aktiv teilzunehmen. Es wurde aber auch Bedenken geäußert, wie z.B. Verständigungsprobleme und Angst vor Diskriminierung in der Seniorenvertretung. Außerdem wurde über die Anzahl von Thailändern, Vietnamesen und Koreanern diskutiert und in Erwägung gezogen, dass diese Gruppen zusammenarbeiten könnten!  


2. Netzwerktreffen

im Rahmen der Studie „Versorgung von Pflegebedürftigen mit asiatischem Migrationshintergrund“

Im Rahmen der angewandten Studie „Versorgung von Pflegebedürftigen mit asiatischem Migrationshintergrund“ wurden im Oktober 2018 zwei Gruppendiskussionen stattgefunden. In der Räumlichkeit von Kom-zen (Kompetenz Zentrum Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe) haben sich Vertreter*innen von asiatischen Herkunftsländern zusammengesetzt, um Besonderheiten und Herausforderungen hinsichtlich der Altenhilfe entsprechender Migrantengruppen herauszuarbeiten. Es moderierte Dr. Min-Sung Kim (GePGeMi e.V., Erster Vorsitzender).

Gruppendiskussion mit Expert*innen im Bereich der Pflege von Menschen mit asiatischem Migrationshintergrund am 05.10.2018

 

Nach der Begrüßung von Dr. Min-Sun Kim und einer Vorstellungsrunde der Teilnehmenden berichteten Vertreter*innen bzw. Expert*innen über ihre Erfahrung mit der Altenhilfe asiatisch stämmiger Migrant*innen (aus den Organisationen von japanischer Fraueninitiative, Dongbanja (HVD), Vereinigung der Vietnamesen in Berlin und Brandenburg e.V. und thailändischer Gruppe) in Berlin. Sie gaben einen umfangreichen Überblick über Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert worden sind. Dabei wurden wichtige Aspekte genannt, z.B. sprachliche Barrieren, Informationsmangel über das Pflegesystem und schwer überbrückbare Kulturunterschiede zwischen der 1. und 2. Generation etc.

Da Migrant*innen mit asiatischem Hintergrund ab 60 Jahren nur einen kleinen Anteil an der deutschen Bevölkerung haben (0,5%), besteht ein großes Interesse an einer engeren Zusammenarbeit zwischen den asiatischen Migrantengruppen, um passgenaue Versorgungs- und Unterstützungsangebote für sie entwickeln zu können.

 

 

Gruppendiskussion mit potenziellen Pflegebedürftigen mit asiatischem Migrationshintergrund am 10.10.2018

 

Heute haben die Zuwanderer*innen mit asiatischem Migrationshintergrund das Rentenalter erreicht, die aus verschiedenen asiatischen Ländern als Gastarbeiter, Geflüchtete oder aus anderen persönlichen Gründen in den 1960er oder 1970er Jahren in Deutschland einreisten. Die potenziellen Pflegebedürftigen aus drei Herkunftsländern (Korea, Thailand und Vietnam) haben über ihre Bedürfnisse hinsichtlich der Altenhilfe gesprochen.

 

Als Einstieg in das Thema zeigte Dr. Min-Sung Kim einen kurzen Film, “Das Herz vergisst nicht“, der von der familiären Versorgung türkischstämmiger Pflegebedürftiger handelt. Den Großteil der Teilnehmenden schien der Film nahezugehen. Eine Zukunftsplanung sei bei ihnen notwendig, weil sie die Pflege von ihren erwachsenen Kindern nicht zu erwarten sei, da sie die Eltern nicht selber pflegen können bzw. wollen. Angesichts vieler kultureller Gemeinsamkeiten äußerten die Teilnehmenden den Wunsch, zukünftig mit anderen Pflegebedürftigen aus ähnlichen Kulturräumen zusammenzuwohnen.

 

Anschließend wurde ein standardisiertes Gruppeninterview zu ihren Bedürfnissen in Bezug auf die Pflege durchgeführt. Danach diskutierten die Teilnehmenden über ihre Auswahlkriterien einer Beratungsstelle. Von allen Kriterien trat die Freundlichkeit am häufigsten auf. Der Grund dafür liege an der vergangenen Erfahrung mit der Unfreundlichkeit bei deutschen Behörden, die eine ausreichende Informierung verhinderte, so berichteten die Teilnehmenden.

 

 

Die Gruppendiskussion hat einen wertvollen Beitrag dazu geleistet, Kenntnisse über die aktuelle Situation der Pflegebedürftigen und ihrer Bedürfnisse zu erweitern. Wir bedanken uns herzlich für das Engagement aller Teilnehmenden!