Gruppendiskussion mit asiatischen Eltern im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum Projekt

 

„Asiat*innen aktiv – für ein Leben ohne Diskriminierung!“ 

Am 20.11.2021 begrüßte das Team von dem neuen Projekt „Asiat*innen aktiv – für ein Leben ohne Diskriminierung“ insgesamt 10 Mütter oder Väter, sowie am Thema Interessierte als Teilnehmer*innen zur Auftaktveranstaltung im Haus der Nachbarschaft am Schoelerpark 37, 10715 Berlin. Dank der Kinderbetreuung von unser ehrenamtlicher Kollegin Frau Chanikan Charoensri konnten 6 Kinder auch neben der Veranstaltung Spaß machen. Wegen der 2G Plus Regelung durften nur Geimpfte oder Genesene mit negativem Schnelltest an der Veranstaltung teilnehmen. Wir bedanken uns vielmals für das Verständnis der Teilnehmenden!  

Unsere Arbeit mit asiatischen Eltern

Als erstes hieß Dr. Min-Sing Kim, der Vorsitzende des Vereins GePGeMi e.V., alle Teilnehmende herzlich willkommen und dann startete die Projektleiterin des neuen Projekts, Frau Jieun Park, die Vorstellungsrunde. Die Teilnehmer*innen kommen aus Südkorea, Japan, der Mongolei, Vietnam, Thailand, von den Philippinen und sogar aus dem Iran und Deutschland. Manche leben seit längerer Zeit und manche sind neu in Deutschland. Manche sprechen schon gut Deutsch und manche lernen noch die Landessprache und manche arbeiten, während die anderen sich um die Familie kümmern. Nach der Vorstellungsrunde stellte Frau Park die bisherige Arbeit von GePGeMi e. V. mit Eltern wie zum Beispiel: 

 

  • Gruppendiskussion mit Eltern im Jahr 2016 "Wo liegen die Bedürfnisse und Bedarfe asiatischer migrantischen Eltern?" 
  • Projekt „ElKi sagt NEIN zu Ching Chang Chong!“ (2017-2018) 
  • Aktion im Fest der Vielfalt in Wilmersdorf – Gegen das Lied „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ im Rahmen des Projektes „StilBruch“ in Charlottenburg-Wilmersdorf (2019-2021) 
  • Beratung im Pangea-Haus 

 

Unser Kollege, Herr Chakrapop Prabhawat koordiniert die Beratungsstelle im Pangea-Haus und erzählte über unsere Beratungsangebote vor Ort. (Mehr Infos zu unserem Beratungsangebot erhalten Sie hier)


Auch Kinder erfahren Diskriminierung und Rassismus

Nach der Pause leitete der wissenschaftliche Referent im Projekt, Herr Wilfred Dominic Josue, die Austauschrunde mit den Eltern. Zunächst fragte er nach den Höhepunkten der Teilnehmer*innen von den beiden Jahren 2020 und 2021. Manche nannten ihre Reise und Urlaub als Hohepunkt und für die anderen waren Deutschkurs, Arbeit oder die intensive und Zeit-aufwändige Betreuung der Kinder während des Lockdowns. Herr Josue fragte dann, ob die Teilnehmer*innen etwas schon von zwei Hashtags #ichbinkeinvirus und #stopasianhate gehört, gelesen oder erfahren hatten. Manche hörten oder lasen etwas und es wurde klargestellt, dass die zwei Hashtags in den letzten Jahren auf sozialen Medien als Highlight waren. Es wurde erstmal erklärt, was die zwei Hashtags bedeuten. #ichbinkeinvirus ist eine Bewegung, um die negative Auswirkung im Alltag von Menschen mit asiatischen Wurzeln zu bekämpfen, da im Jahr 2020 in den Medien das Covid-19 Virus auch als das „China-Virus“ („Made in China“ usw.) im deutschsprachigen Raum verbreitet wurde. Die Bewegung #stopasianhate war der Kampfruf von Demonstrationen in Amerika gegen asiatischen Rassismus, da 8 Menschen am 16.03.2021 in Atlanta, Georgia, Vereinigte Staaten nach einem Amoklauf in einem Massagesalon getötet wurde. 6 von ihnen waren Frauen asiatischer Abstammung. Es wurde klargestellt, dass die beiden Hashtags gegen Diskriminierung und Rassismus gegenüber asiatisch gelesenen Menschen. 

Manche haben noch keine Erfahrung mit Diskriminierung oder Rassismus. Aber manche erzählten ihre persönliche Geschichte oder die Geschichte von ihrer Familie, Verwandten, Freund*innen oder Kolleg*innen von Diskriminierung und Rassismus im Urlaub, bei der Arbeit oder im Alltag. Schlimmer ist es für die Kinder. Manche erzählten von den Erfahrungen von den Kindern, als andere Kinder ihre Augen kleinmachen vor den Kindern der asiatischen Eltern oder als die Kinder gefragt wurde, woher sie „wirklich“ kommen. Zudem konnten die Kinder nicht richtig reagieren, da sie die Situation nicht verstehen. Ein Mann unter der Teilnehmer*innen sagte, dass diese Erfahrungen nur als Zuspitzung während der Pandemie waren. Sie waren harmlos und verschwinden schnell, da die Einheimischen denken, dass Asiat*innen Vorbild in der Gesellschaft ist. Herr Josue fragte aber, ob solche Situationen wirklich harmlos und nicht problematisch sind, da es kontinuierlich Fälle von Diskriminierung and Rassismus gegen Asiat*innen bis jetzt gibt. Die Teilnehmer*innen waren einig, dass solche Fälle bis jetzt passieren, da wir alle Vorurteile haben und es liegt nicht nur an ein Teil der Gesellschaft. Rassismus sind Probleme, die wir alle bekämpfen müssen. 

„Was brauchen wir denn, um das Problem zu bekämpfen?“ fragte Herr Josue. Manche sagen, dass wir mehr Respekt und Toleranz brauchen. Für manche sind Dialoge besonders zwischen Asiat*innen und die Mehrheitsgesellschaft wichtig. Für die anderen sind Werkzeuge, Beratungsmöglichkeiten und Workshops zum Empowerment nötig. Herr Josue erklärte dann, dass man alle diese Vorschläge im neuen Projekt „Asiat*innen aktiv – für ein Leben ohne Diskriminierung“ finden kann, um genau asiatische Migrant*innen zu helfen und zu fördern.  

Danach stellte Frau Park das neue Projekt vor, welche Ziele es hat, welche Zielgruppe das Projekt erreichen möchte und welche Angebote das Projekt anbietet. Danach fragte Frau Park, ob die Teilnehmer*innen weitere Empfehlungen für das Projekt haben. Eine interessante Idee war von einer Teilnehmerin. Sie schlägt vor, dass das Projekt auch Angebote für andere Sprache ermöglicht, damit die Teilnehmer*innen die nicht so gut Deutsch sprechen, mehr Motivation bekommen ihre Ideen in einem sicheren Raum teilen können. Über diese und andere Ideen wird das Projektteam beraten. Frau Park lud die Teilnehmer*innen aktiv im Projekt zu engagieren zudem die Teilnehmer*innen positiv reagierten. Nach der intensiven Diskussion genossen alle Essen, Getränke, weitere Netzwerkmöglichkeiten und die angenehme Gesellschaft.