Gruppendiskussion mit jungen asiatischen Migrant*innen im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum Projekt

 

„Asiat*innen aktiv – für ein Leben ohne Diskriminierung!“ 

Am 04.12.2021 fand die Auftaktveranstaltung für jüngere Migrant*innen von unserem neuen Projekt „Asiat*innen aktiv – für ein Leben ohne Diskriminierung“ statt. Mit insgesamt 15 Teilnehmer*innen aus Japan, Korea, Hong Kong, Vietnam und Thailand führten wir die Veranstaltung in unserem neun Geschäftsbüro in Schivelbeiner Str. 6, 10439 Berlin – Prenzlauer Berg durch. Die Mehrheit von den gekommenen Teilnehmer*innen waren Frauen und da alle Teilnehmer*innen geimpft sind und einen tagesaktuellen Schnelltest hatten, konnten wir mit ihnen unser Programm wie geplant folgen. Wir bedanken uns bei allen für ihr Geduld und ihre aktive Teilnahme an unserer Veranstaltung. 

Projekt Stillbruch: Frühstückstalk

Der Vereinsvorsitzende, Herr Dr. Min-Sung Kim, begrüßte die Teilnehmer*innen und stellte kurz den Verein vor. Er ermunterte die Teilnehmer*innen besonders die Frauen, aktiv bei den Vereinsprojekte mitzuwirken, denn durch aktive Teilnahme kann man selbst fördern und man bekommt das Wissen, das man braucht, um mit den Herausforderungen der Zeit umzugehen. Danach leitete unsere Kollegin, Frau Naoco Franz, die interaktive Vorstellungsrunde, in der die Teilnehmer*innen und Vereinsmitarbeiter*innen kurz über sie und die Bedeutung von ihren Namen vorstellten und sie alle viel über die vielfältigen Hintergründe von asiatischen Namen wussten. Frau Franz stellte dann das Projekt „Frühstückstalk“, was es ist und welche Themen sie in diesem Jahr bearbeiteten wie Umgang mit Depression, Meldung von rassistisch-motivierten Vorfällen, Selbstbehauptung, Selbstverteidung usw. (Mehr Infos zu unserem Stillbruch Projekt erhalten Sie hier). Sie lud auch allen Interessierten zum Frühstückstalk ein und erwähnte, dass die Themen für das nächste Jahr offen sind. Sie präsentierte auch gemeinsam mit unserem Kollege, Herr Chakrapop Prabhawat, unsere Beratungsangebote im Pangea Haus in Trautenaustraße 5, 10717 Berlin – Charlottenburg vor.  (Mehr Infos zu unserem Beratungsangebot erhalten Sie hier)


Sowohl vor als auch während der Pandemie gibt es Diskrimierung

Dann stellte unsere Projektleiterin, Frau Jieun Park, die Ergebnisse von unserer Online-Umfrage „Diskriminierungserfahrungen von asiatisch gelesenen Menschen während der Corona Pandemie“ (Ergebnisse der Umfrage StilBruch (2019) - GePGeMi e.V. (gemi-berlin.de)) vor. Die Ergebnisse zeigt deutlich, dass die Mehrheit der Befragten sowohl während als auch vor der Pandemie Diskriminierung erlebten, sie in der Öffentlichkeit und Freiheit (i.e. auf der Straße) am meisten Diskriminierung durch Mikroaggressionen wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit erfuhren, sie eher nach der Diskriminierungserfahrung zurückhielten und auch sie keine Unterstützungsangebote in Anspruch nahmen. Interessant war, dass die Mehrheit der Befragten denken, dass die Angebote ihnen nicht helfen können oder sie keine Idee, welche Unterstützungsangebote es gibt.  

"Wie heißt du denn? Corona Virus?" - "Das ist nicht ernst gemeint."

 

Es gab danach die Gelegenheit, dass die Teilnehmer*innen in ihrer Heimatsprache mit anderen Teilnehmer*innen über ihre Erfahrungen von den letzten zwei Jahren sprechen konnten und vier Gruppen wurden gebildet (japanisch, koreanisch, chinesisch und vietnamesisch). Im Plenum diskutierten wir über Diskriminierung und Antiasiatischen Rassismus mit dem wissenschaftlichen Referent, Herr Wilfred Josue. Diese Themen waren ernst, da die Teilnehmer*innen selbst betroffen sind. Die Runde war voll mit Emotion, da die Teilnehmer*innen ihre Geschichte erzählten. Trotzdem nutzten die Teilnehmer*innen die Gelegenheit, um ihre Erfahrungen auszutauschen. Zum Beispiel wurde eine Teilnehmerin am Anfang der Pandemie gefragt „Wie heißt du denn? Corona Virus?“ Und als sie vor ihren anderen Kolleg*innen beschwerten, meinten sie „Das ist nicht ernst gemeint.“ Während des Gesprächs war es klar, dass manche denken, dass sie trotz ihrer schlechten Diskriminierungserfahrung ignoriert sind und natürlich fühlten sie schlecht danach. Es war klar, dass die Themen Diskriminierung und Antiasiatischen Rassismus Probleme der asiatischen Community und der Mehrheitsgesellschaft von damals, jetzt und immer noch sind.   

 

Was kann man noch dagegen machen? Die Teilnehmer*innen äußerten ihre Bedarfe und sogar Wünsche wie eine Plattform für asiatischen Migrant*innen, einen sicheren Raum für Gedankenaustausch, Information über Meldestellen der Diskriminierungs- und Rassismuserfahrung, Workshop und Schulungen für Empowerment, strukturelle Veränderung der schulischen Bildung, Dialog mit Politiker*innen und dass asiatischen Migrant*innen aktiv gegen diesen Problemen agieren.  

Unser neues Projekt „Asiat*innen aktiv – für ein Leben ohne Diskriminierung“ wurde dann von unserer Projektleiterin, Frau Jieun Park, vorgestellt. Die Probleme, Bedarfe und Wünsche, die die Teilnehmer*innen nannten, werden wir in das Projekt tragen, denn gemeinsam wollen wir mehrere asiatischen Migrant*innen empowern, aktivieren und ehrliche Dialoge auf Augenhöhe über Diskriminierung und Rassismus mit der Mehrheitsgesellschaft initiieren. Die Veranstaltung beendete mit gutem Essen, unterhaltsamer Musik und vielfältigen Gesprächen unter allen Beteiligten. 




Geschäftsbüro:

Schivelbeiner Str. 6, 10439 Berlin

 

Beratungsbüro:

Trautenaustraße 5, 10717 Berlin

2. Etage Im Pageahaus

 

Tel. 030 2869 8795 / 030 9842 4316

 

E-Mail. info@gemi-berlin.de

VereinsregisterNr. : VR 34541 B